Albumcharts 2008

Geschrieben von schimi am 22. Januar 2009 | Kreativität

Auch die Rubrik „Kreativität“ gehört eröffnet, was würde sich da zu Beginn des Jahres besser eignen als meine kleinen, persönlichen Jahrescharts 2008? Sicher, im Vergleich zu anderen bin ich da schon ein wenig spät dran. Aber früher gabs meinen Blog eben nicht. Und sollte es ihn nächstes Jahr noch geben, dann kann diese Tradition zeitgerecht fortgesetzt werden.

Listen sind ja immer so eine Sache. Zum einen werden sie kritisiert, weil sie subjektiv und total nichts sagend sind. Zum anderen machens dann doch alle irgendwie gerne und versuchen sich daran. Ich kann mit beiden Seiten nur teilweise etwas anfangen. Zum einen: Ja, sie sind total subjektiv, das soll meine Liste auch sein, so wie mein Blog. Nichts sagend soll sie hingegen nicht sein: Denn nur weil man nicht damit übereinstimmt, heißt das noch nicht, dass sie nichtssagend ist. Entweder man pickt sich die eine oder andere Empfehlung heraus, oder man wird selbst ein bisschen zu einer eigenen Liste inspiriert. Beides find ich gut. Was die positiven Punkte betrifft: Nun, dass es alle machen wäre tatsächlich ein Grund, es nicht unbedingt auch zu tun. Die Auseinandersetzung damit finde ich aber ganz interessant, gerade weil es meistens so schwer ist eine Auswahl zu treffen, ist es irgendwie spannend wie man diese Auswahl dann tatsächlich trifft.

Charts kann man natürlich in vielen Arten gestalten. Zum einen hab ich mich für Alben, statt einzelne Songs entschieden, weil mir Alben als feste Größe immer schon sympathischer und aussagekräftiger waren, als einzelne Nummern. Zum anderen habe ich beschlossen, mich auf 5 Stück zu beschränken, weil es weiter unten immer schwieriger und verschwommener wird.

Daher: Hier meine persönlichen 5 Lieblingsalben des Jahres 2008

Platz 5: The Kills – Midnight Boom

Am Anfang des Jahres erschienen, von mir erst am Ende des Jahres entdeckt. Das mag vor allem daran liegen, dass ich in der ersten Jahreshälfte auf Grund meiner Weltreise einige neue Platten komplett verpasst habe. Mein Mitbewohner hat sich die Scheibe aber gegen Ende des Jahres auf Vinyl gekauft, und die einzelnen Songs, die ich bis dahin doch schon erstaunlich gut gekannt hab, haben sich im Nebenzimmer plötzlich zu einem Album mit vielen coolen Nummern zusammen gesetzt. Drum musste ich sie mir auch noch dringend selbst in digitaler Form besorgen.

Platz 4: Fuzzman – Fuzzman 2

Zugegeben ein wenig durch die österreichische Brille betrachtet. Aber eine heimische Platte gehört einfach rein, schon allein deswegen weil es für hiesige Musiker ja sonst nicht viel zu lachen gibt. Diese kleine Unterstützung sei einem also gegönnt, und Fuzzman hat sie sich mit seinem zweiten Soloalbum meiner Meinung nach auch wirklich verdient. Wunderschöne Singer-Songwriter Nummern, die mich beim ersten Mal hören wirklich positiv überrascht haben. Internationales Nivaeu, deutliche Steigerung zum Vorgänger.

Platz 3: Kings of Leon – Only By The Night

Eine jener Platten, für die ich lange gebraucht habe um mich wirklich anzufreunden. Komisch eigentlich, denn die Singles haben mir in Wahrheit von Anfang an im Radio gut gefallen. Doch obwohl ich mich selbst gerne immer dafür rühme, mich nicht von irgendwelchen Coolness-Trends beeinflussen zu lassen, war da so ein Gefühl in mir, dass sich eben diese Singles mehr wie alte U2 Rocksongs anhören, als wie neues Zeug. Doch gerade das hat mich dann am Ende wohl irgendwie überzeugt: Ich mag Bands, die irgendwie einen eindeutig eigenen Sound haben, den man sofort erkennt. Ich hasse Bands, die ich kaum voneinander unterscheiden kann. Und so ist diese Platte nach und nach zu einer meiner meistgehörten in diesem Jahr geworden, beinahe ohne Schwachstelle. Deshalb hat sie sich zwar nach und nach, aber letztlich doch eindeutig Platz drei verdient.

Platz 2: Peter Fox – Stadtaffe

Platz eins und zwei meiner kleinen Charts war besonders einfach zu vergeben und ganz klar. Diese beiden Platten hab ich nicht nur eindeutig am meisten gehört, sondern sind auch eindeutig meine Favorites. Nachdem meine 5er Auswahl doch für mich selbst auch überraschend Alternative-Lastig ausgefallen ist, auf Platz 2 doch noch ein Beweis, dass ich mich nicht gerne irgendwelchen Genres zuordnen lasse. Peter Fox von Seeed war für mich eine besonders positive Überraschung. Nicht nur, dass ich sein Album für wesentlich besser und interessanter halte als die letzte Scheibe von Seeed, ist sie für mich auch noch zu einem richtigen Jan Delay Ersatz im Jahr 2008 geworden. Dieser soll ja 2009 wieder am Werk sein. Doch Peter Fox hat mich mit cooler Musik (vor allem Streicher mag ich immer!) und pfiffigen Texten positiv überrascht. Die Hälfte der Texte dreht sich dabei um seine Heimatstadt Berlin, ebenfalls etwas was mich sehr anspricht. Nicht nur weil ich ein großer Berlinfan bin, sondern weil die Hymnen an die Nächte in der Großstadt, oder den Sommer in der Großstadt, letztlich irgendwie auch für Wien anwendbar sind. Und die Single „Alles Neu“ ist für mich ohnehin die Hymne für alle Momente im Leben, wenn große Veränderungen anstehen. Und das ist immer gut!

Platz 1: MGMT – Oracular Spectacular

Manche Alben schlagen ein wie eine Bombe: Einmal hören, sie gefällt spontan. Zweimal hören, man kennt bereits einige der Songs. Dreimal hören, und ich wusste das ist mein Album des Jahres. Warum das so ist, ist schwer zu erklären. Ich glaube bei mir ist es da wie auch bei Filmen. Es gibt Filme die sind gut, aus verschiedenen Gründen, weil die Story gut ist, weil die Schauspieler unheimlich überzeugend waren, weil die visuellen Effekt gemeinsam mit der Musik unglaublich cool waren usw. Doch dann gibt es Filme, die schaffen es aus irgendeinem Grund mich emotional zu berühren, unabhängig ob das nun ein tieftrauriges Gefühl ist, ein motivierendes Glücksgefühl, eine Inspiration für irgendwas oder was auch immer. Aber sie bleiben tiefer hängen und wirken in meinem Kopf noch lange nach. Ähnlich ist es mir mit MGMT gegangen. Nicht, dass ich jeden Text verstanden hätte. Aber es ist doch die Art von Mischung von Texten (oder zumindest Text-Teilen) und einer Musik, die diese Texte verstärkt und irgendwie zu emotional ganz starken Nummern macht, die erstaunlicher Weise in depressiven Momenten genauso passen wie bei voller Lautstärke auf Partys.

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