Brief an Florian Klenk
Geschrieben von schimi am 19. Januar 2009 | Menschen
Der folgende Brief ist bereits ein wenig älter, konkret habe ich ihn Ende November 2008 an den stellvertretenden Chefredakteur des Falters Florian Klenk geschrieben. Es ist mir aber trotzdem ein Anliegen, ihn hier noch einmal zu veröffentlichen, nicht weil mir das Thema so extrem wichtig erscheint, sondern vielmehr weil dieser Brief, und meine anschließende Überlegung was so ein Brief überhaupt bewirken kann, einer der Hauptauslöser für mich war diesen Blog überhaupt zu starten. Mehr dazu, was mich zum Bloggen gebracht findet ihr unter Über-Schreibblogade.at, den Brief gibt es hier zu lesen:
Lieber Herr Klenk!
Vergangenen Mittwoch durfte ich Zeuge einer Podiumsdiskussion sein, an der neben Martin Balluch und zwei weiteren JournalistInnen auch sie teilgenommen haben. Gleich vorweg: Vielen Dank für die angeregte und interessante Diskussion, und ihre durchaus schlüssige Argumentation. Da ich weder selbst Tierschützer bin, und mich zugegebenermaßen bis zu dieser Geschichte auch relativ wenig mit den Tierschützern in Österreich beschäftigt habe, habe ich die Veranstaltung in erster Linie als Falter-Leser besucht. Denn auf die Geschichte der Tierschützer bin ich nicht zuletzt auch durch die im Vergleich zu anderen Medien (die man teilweise sogar mehr dem Boulevard oder der konservativen Ecke zuordnen würde) meiner Ansicht nach relativ seltsamen Berichterstattung im Falter aufmerksam geworden. Des längeren denke ich daher schon über eine entsprechende Reaktion darauf nach. Bei besagter Diskussion haben sich nun für mich vor allem zwei wesentliche, neue Erkenntnisse ergeben, die ich mich nun dazu bewegt haben ihnen diese Zeilen zu schicken: Zum einen musste ich feststellen, dass es sich nicht um eine reine Tierschützer Veranstaltung gehandelt hat, sondern meinem Eindruck nach gleich eine ganze Reihe von Leuten ebenfalls mit der Frage der Rolle des Falters im Umgang mit dieser Thematik beschäftigt ist. Das hat mich wiederum davon überzeugt, dass ich hier nicht alleine einem fälschlichen Eindruck erliege (was ich bisher ebenfalls für möglich gehalten habe), sondern dass die Berichterstattung im Falter von einigen Menschen in nahezu exakt den gleichen Punkten kritisch gesehen wird, wie von mir.
Die zweite neue Erkenntnis des Abends war ihre Argumentation, warum sie es für richtig gehalten haben einige der Artikel so “hart” zu formulieren, und warum sie nicht glauben dass der Falter insgesamt, mit allen dazu gehörigen Artikeln, einseitig Bericht erstattet hat. Im zweiten Punkt bin ich ehrlich gesagt anderer Ansicht als sie, allerdings sehe ich durchaus ein, dass es wenig Sinn macht nun darüber zu streiten ob 3 Artikel für die eine und 5 für die andere Seite erschienen sind, oder umgekehrt. Ich nehme das daher einfach zur Kenntnis, und schliesse das mal einfach mit dem beruhigten Gefühl ab, dass die Falter-Redaktion ihrer Information nach jedenfalls probiert hat, ausgewogen darüber zu berichten. Was den ersten Teil, die “harte” Formulierung, also ihre persönliche Berichterstattung zu dem Fall betrifft, war ich insofern “erleichtert”, da ich bisher befürchtet hatte, dass es von ihrer Seite her irgendeine persönliche, emotionale Involvierung in den Fall gibt, seien es persönliche schlechte Erfahrungen mit Martin Balluch oder ähnliches. Das wäre menschlich vielleicht durchaus zu verstehen gewesen, hätte ihre Artikel aber nicht besser gemacht, und vor allem eine Diskussion darüber nahezu verunmöglicht. Seit der Podiumsdiskussion bin ich aber der Ansicht, dass dem nicht der Fall ist, und es sich daher vielleicht doch lohnt, auf ihre Artikel zu reagieren.
Daher: Ich habe ihre Argumentation, warum sie die Artikel so geschrieben haben, wie sie sie geschrieben haben nun verstanden. Aber nach wie vor bin ich ganz klar der Meinung: Herr Klenk, sie liegen hier falsch! Warum, will ich nun im Folgenden erörtern. Um in meiner Argumentation allerdings richtig verstanden zu werden, sei es mir erlaubt noch etwas vorrauszuschicken: Es war für mich in der Diskussion bezeichnend, dass sie nicht in der Lage waren auf die erste Publikumsfrage (danach warum sie neben all ihren anderen Kommentaren in ihren Artikeln, den Aspekt der Anwendung des Paragraphen 278a gänzlich weggelassen haben) zu antworten, sondern immer wieder damit argumentiert haben warum es gut war, die anderen Dinge aufzugreifen. Daher möchte ich, um diese Diskussion hier zu vermeiden gleich folgendes klarstellen:
JA, es ist nicht nur richtig, sondern auch gut und wichtig in einer ausgewogenen Berichterstattung auch die Seite von Kleiderbauer und Herrn Graf aufzugreifen.
JA, kriminelle Handlungen, wie Sachbeschädigungen oder das Schreiben von Drohbriefen sind klar zu verurteilende Dinge, die juristisch verfolgt und entsprechend bestraft gehören.
JA, auch Tierschützer oder andere Gruppierungen, die vermeintlich meinen ein gutes Ziel zu verfolgen, dürfen diese juristischen Grenzen nicht überschreiten.
In all diesen Punkten bin ich voll und ganz ihrer Meinung. Und darüber hinaus würde ich mich auch noch trauen folgendes zu behaupten: Auch der Grossteil der Falter-Leser ist dieser Meinung. Aber dazu gleich noch mehr.
Nun zu meiner Argumentation, warum sie meiner Meinung nach mit ihren Artikeln so falsch liegen:
1. Es ist ein grober Irrtum zu glauben, unser Rechtssystem beruhe ausschließlich auf der Bestrafung von verübten Verbrechen. Es beruht ebenso auf der Angemessenheit dieser Strafen! Sie werden mir wahrscheinlich zustimmen, dass es nicht in unserem Interesse sein kann, Menschen für einen Ladendiebstahl lebenslang hinter Gitter zu sperren. Ebensowenig ist es in unserem Interesse, unbescholtene und unschuldige (ja, bis zu ihrer rechtskräftigen Verurteilung sind sie tatsächlich unschuldig!) Bürger monatelang in Untersuchungshaft wegzusperren. Daher ist es ein ebenso schwerer Verstoss gegen unser Rechtssystem, die falschen Mittel und die falschen Strafen zu verwenden, wie es wäre garkeine zu verwenden. Der entscheidende Fehler den sie hier daher machen ist es, diese beiden Dinge in eine vollkommen verschobene Relation zueinander zu setzen. Daher nochmal: Ja, etwaige Sachbeschädigungen und Drohungen müssen geahndet werden, aber bitte nur mit den passenden Mitteln. Und genau diese eklatant überzogene Wahl der Mittel, ist das Thema das so viele Leute in dieser Geschichte beschäftigt. Ein Fehler in unserem Rechtssystem, oder ein Fehler in der Auslegung unseres Rechtssystems ist ein wesentlich schwerwiegenderes und gefährlicheres gesellschaftliches Problem als Sachbeschädigungen und Drohungen. Oder berichten sie im Falter regelmäßig über sämtliche in Österreich stattfindende Verbrechen dieser Art? Immer wieder zu betonen, dass auch das was die Tierschützer vielleicht getan haben nicht richtig ist, ist in Ordnung. Es kann aber keinesfalls gleichgestellt werden, mit dem Kernproblem in dieser Geschichte! Diese verschobene Relation ist meiner Ansicht nach sehr gefährlich.
2. Es ist ein grober Irrtum zu glauben, es gehe hier um eine Kausa “Martin Balluch”. Egal was sie oder ich von Martin Balluch halten mögen, egal ob er schuldig ist oder nicht: Es ist ein schwerer Fehler zu vergessen, dass hier nicht ein sondern zehn Tierschützer eingesperrt wurden. Geschädigte gibt es sogar noch vielmehr (Familienangehörige, NGOs die nun ohne Infrastruktur dasitzen und deren Ruf nachhaltig geschädigt ist, etc.) Immer wieder die teilweise abstrusen Zitate von Herrn Balluch zu bringen, und ihn alleine in den Mittelpunkt dieser Geschichte zu stellen, spiegelt einfach nicht den kompletten Sachverhalt wider. Im Gegenteil, gerade im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung hätte auch die Geschichte der anderen Inhaftierten beleuchtet gehört. Ich habe mich zum Beispiel ständig gefragt: Warum bringt der Falter nicht auch einmal einen ausführlichen Bericht über einen der anderen Inhaftierten? Hier wäre investigativer Journalismus angebracht gewesen. Bringen sie einen Artikel über Martin Balluch. Bringen sie einen Artikel über Herrn Graf. Aber bitte bringen sie dann auch einen Artikel über jene Leute, um die es in dieser Geschichte doch in Wahrheit geht: Warum muss ich nur aus anderen Medien entnehmen, aus welchen fahnenscheinigen Gründen einige der Inhaftierten eingesperrt wurden? Ich stelle nur mal folgende Theorie in den Raum: Nehmen wir einfach mal an (ohne hier jemanden beschuldigen zu wollen), aber nehmen wir einfach mal theoretisch an einer, oder 2 oder 3 oder 4 der Inhaftierten (sei es Martin Balluch oder andere) sind tatsächlich verantwortlich für all jene Verbrechen die ihnen bisher zur Last gelegt werden (eigentlich ja noch nicht, da es nach wie vor keine Anklage gibt, und das nach einem Jahr Oberservierung!). Macht das die Geschichte auch nur einen Deut besser? Ich sage nein. Im Gegenteil sogar. Wie ich ebenfalls anderen Medien entnehmen muss, war offensichtlich die reine Bekanntschaft zu Martin Balluch, sei es eine freundschaftliche, eine berufliche oder gar eine kritische (!) der Grund für so manche der 10 Verhaftungen. Um den Paragraphen 278a überhaupt anwenden zu können, musste scheinbar eine kriminelle Organisation konstruiert werden, denn eine Organisation braucht bekanntlich Mitglieder. Ich würde daher sogar noch einen Schritt weiter gehen: Wenn sich am Ende herausstellt, dass nur ein Einziger der 10 inhaftierten (ein Einziger!) unschuldig 104 Tage im Gefängnis gesessen ist, nur damit man hier nicht gegen Einzeltäter sondern gegen eine kriminelle Organisation ermitteln kann, dann ist das für mich bereits ein Skandal der Sonderklasse, über den es sich wahrlich zu berichten lohnt.
3. Es ist ein grober Irrtum zu glauben, jeder Staatsbürger könnte beim Innenministerium anrufen, und damit die Einsetzung einer Sonderkommission initieren, und seien die gegen einen selbst verübten Verbrechen noch so schwerwiegend. Es hat mich geradezu schockiert, dass sie in ihrem Artikel über Martin Graf diesen Umstand nicht nur nicht kritisieren, sondern ihn geradezu “normalisieren”. Ich sage ganz klar: Nein, es ist nicht in Ordnung, dass manche Bürger gleicher sind als andere, nur weil sie entsprechende Kontakte haben. Und auch dieser Punkt steht einmal mehr in keiner gesellschaftlich-relevanten Relation zu den erhobenen Vorwürfen gegen die Tierschützer. Warum wird dieser Umstand nicht angeprangert?
4. Wenn ich sie richtig verstanden habe, war eine der Hauptmotivationen für die Art ihrer Berichterstattung, ihr Ärger über die Aktion des Herrn Pilz, private Daten des Herrn Graf zu veröffentlichen. Ich habe auch das Gegenargument von Frau Petrovic gehört. Doch ich will das hier garnicht diskutieren, weil ich ihnen eigentlich zustimme: Die Aktion des Herrn Pilz war meiner Ansicht nach nicht in Ordnung.
Und dennoch, einmal mehr: Es ist ein schwerer Irrtum zu glauben, der Fehler eines einzelnen Abgeordneten wäre gleichzusetzen mit einem strukturellen Problem unserer Justiz, unserer Polizei, unserer Gesetzgebung. Auch das steht in keiner Relation! Die Aktion des Herrn Pilz darf niemals als Begründung oder Entschuldigung für andere Ungerechtigkeiten herhalten.
5. Bin ich leider auch der Ansicht, dass ihnen in der Wahl ihrer journalistischen Mittel ein grober Fehler unterlaufen ist. Ich muss ihnen ja nicht erklären, dass es im Journalismus nicht nur auf das WAS, sondern auch auf das WIE ankommt. Gerade der Falter beschäftigt sich ja durchaus zu Recht immer wieder mit einer kritischen Betrachtung anderer Medien und dem österreichischen Umgang mit manchen Themen im Allgemeinen. Überschriften wie “Wenn Tierschutz nach Erbrochenem riecht” haben mich nicht nur entsetzt, sie haben für mich schlicht und einfach Kronen-Zeitungs-Niveau. Viel problematischer ist allerdings noch der Inhalt einiger Artikel: Die Beschreibung der Sandalen und Zehen eines Martin Balluch ist für mich als Falter-Leser nicht nur uninteressant und in der Frage vollkommen belanglos, nein, es bedient meiner Meinung nach auch noch ganz billige Klischees über Tierschützer. Sie oder ich können durchaus der Ansicht sein, dass diese Klischees auf Martin Balluch zutreffen. In einem journalistisch ausgewogenen Artikel haben sie einfach nichts verloren. Auch ihre Wortwahl in Bezug auf einige Straftaten, ist gerade im Zusammenhang mit diesem Fall, extrem heikel. Einige Formulierungen suggerieren geradezu, dass es sich um bereits bewiesene Straftaten handelt, dass die Straftaten tatsächlich bestimmten Personen zugeordnet werden können, dass es tatsächlich zu Anklagen kommen wird. Dabei wäre es doch gerade hier so wichtig, diese feinen Unterschiede und kleinen Nuancen geradezu zu betonen. Ich bin da ganz bei Armin Thurnher, der erst letzte Woche in seinem Leitartikel in Bezug auf den Strassenbahnfahrer der Linie 1, zu Recht von einer Gesellschaft fordert, dass solche Nuancen und Unterschiede erkannt werden, und es wichtig ist dass die Folgen angemessen sind. Vom Falter würde ich mir daher erhoffen, genau das zu unterstützen.
Vielleicht geht ihnen die Kritik an ihrem Stil in den betroffenen Artikel ein wenig zu weit, weil es sich hierbei bis zu einem gewissen Grad auch um eine Geschmacksfrage handelt. Ich gebe aber zu bedenken, dass ich seit der Podiumsdiskussion das Gefühl habe, dass hierin vielleicht der Kern der Unzufriedenheit mancher Falter-Leser mit der Berichterstattung zu finden ist: Nicht das Zu-Wort-Kommen von Herrn Graf hat die Falter-Leser gestört. Auch das wäre ein grober Irrtum. Ich glaube im Gegenteil sogar, dass die Falter-Leser diese Art der ausgewogenen Berichterstattung gewohnt sind, und teilweise geradezu erwarten! Der Artikel an sich hätte also diese Reaktionen nicht ausgelöst. Vielmehr ist es glaube ich auf den Stil in den Artikeln zurückzuführen, den die Leser durchaus spüren und wahrnehmen, dass die Artikel vielleicht nicht so angekommen sind, wie sie ursprünglich gedacht waren.
6. darf man denke ich die Rolle der Medien in dieser Geschichte nicht unterschätzen. Ich denke es ist nur in ihrem Sinne zu sagen, dass auch Medien etwas bewegen können. Und ja, ich glaube daran, dass in dieser Geschichte der öffentliche Druck (kommuniziert durch einige Medien und die Grünen) maßgeblich zur Freilassung der Inhaftierten beigetragen haben. Das war gut und wichtig so. Und es tut mir wirklich weh sagen zu müssen: Der Falter war nicht dabei. Sie mögen anderer Ansicht sein, über die allgemeine Berichterstattung ihres Blattes, aber ich glaube auch sie müssen sich die Kritik gefallen lassen, dass sie bei allem Respekt für den Versuch einer ausgewogenen Berichterstattung, Maß und Ziel vollkommen aus den Augen verloren haben. Wenn der Beste Artikel (im Sinne von Auflistung “objektiver” Fakten) zu diesem Thema in ihrem Blatt eine bezahlte Anzeige eines Tierschützers ist, dann müssen sie sich fragen, ob sie journalistisch etwas falsch gemacht haben. Und leider muss ich mich inhaltlich auch jenem etwas plakativen Satz, der bei der Podiumsdiskussion gefallen ist anschließen: Wenn alle so geschrieben hätten wie sie Herr Klenk, würden die 10 Tierschützer vielleicht heute noch im Gefängnis sitzen. Ich weiss schon, ihr Gegenargument muss hier natürlich sein, dass eben nicht alle so geschrieben haben, und sie daher diese Gegendarstellung einbringen wollten und konnten. Aber ich kann es nicht oft genug sagen: Nicht DASS sie AUCH andere Argumente anführen stört, sondern die Auschließlichkeit und Relation in die sie setzen. Für mich persönlich ist es jedenfalls wichtig, auch in Zukunft zu solchen Diskussionen wie letzte Woche gehen zu können, oder ein Mail an sie mit dem Wort “Tierschützer” im Betreff schreiben zu können, ohne mir auch nur den geringsten Gedanken (und sei er auch noch so falsch) darüber machen zu müssen, wer mich dabei beobachtet oder wer dieses Mail sonst noch liest.
Warum schreibe ich das alles? Ich gebe zu, auch ich habe in einer ersten, emotionalen Minute, beim dritten oder vierten Artikel in dieser Kausa ihrerseits, über eine Kündigung meines Falter-Abos nachgedacht. Aber nicht nur, dass ihnen das wahrscheinlich herzlich egal gewesen wäre, wäre es letzten Endes auch nicht in meinem Sinne. Sie haben schon Recht, der Falter besteht nicht nur aus Florian Klenk alleine. Nach der Podiumsdiskussion war ich dann insofern beruhigt, dass ich auf der einen Seite verstanden habe, warum die Falter-Redaktion der Meinung ist, dass die Berichterstattung angemessen war, auf der anderen Seite warum sie persönlich der Meinung waren dass ihre Artikel angemessen waren. Richtig finden tue ich es wie gesagt deshalb noch lange nicht. Was also tun? Ich denke, als Abonnent einer Zeitschrift ist man nicht nur jemand der diese regelmäßig liest, sondern man bekennt sich letzten Endes in einer gewissen Art und Weise auch zu ihr, und ihrer Blattlinie, und unterstützt diese auch. Mein Ziel ist es daher nicht, ihre Meinung zu ändern oder maßgeblich zu beeinflussen (ich denke auch nicht, dass mir das gelingen wird). Vielmehr denke ich, dass ein gewisses Maß an Partizipation als Abonnent gut und angemessen ist. Nicht zuletzt auch zu meiner eigenen Gewissensberuhigung. Sie sind für mich nach wie vor einer der besten und vor allem wichtigsten Journalisten dieses Landes, und gerade das ist wohl mit ein Grund, warum es mir Wert ist diese Zeilen zu schreiben.
Nichts desto trotz wage ich mich noch einen Schritt vor und erlaube mir Folgendes vorzuschlagen: Herr Klenk, schreiben sie noch einen Artikel zu diesem Thema. Sie haben die Möglichkeit dazu. Zeigen sie, dass sie verstanden haben worum es geht, und beweisen sie den Falterlesern und Ihnen selbst, dass es ihnen nicht um Rechthaberei, Einseitigkeit, persönliche Involviertheit oder ähnliches gegangen ist, sondern um eine ausgewogene Berichterstattung. Im Sinne dieser Ausgewogenheit wäre also keine Rechtfertigung oder gar Berichtigung ihrer Artikel nötig, sondern nichts anderes als eine Ergänzung, mit den meiner Ansicht nach wirklich wichtigen Fragen. Eine absolute WIN-WIN Situation für alle Beteiligten.
In der Hoffnung auf Verständnis,
hochachtungsvoll,
florian schimak
2 Kommentare »
2 Kommentare zu
23. Januar 2009 um 14:37 C
Kann mich dir nur voll und ganz anschließen. Wenn ich das richtig verstanden hab hast du keinerlei Reaktion auf den Brief bekommen was ich echt schwach finde. Nur halte ich das Thema für sehr wichtig und die Folgen für die Zivilgesellschaft nicht abschätzbar. Zuerst dieses “Innenministerium-wünsch-dir-was-Gesetz” 278a, dann die “vollkommen überraschende” Auslegung des Staatsanwalts und die dadurch legalisierten Eingriffe in die Grundrechte(beschatten, orten, abhören, monatelang einsperren usw.) politisch aktiver Menschen und jetzt werden Organisationen wie AI od. eben auch Tierschutzorganisationen, die potentiell unbequem für Regierung/Konzerne sein könnten von der Abschreibbarkeit von Spenden ausgenommen…ka göld ka musi…könnte der unausgesprochene Wunsch dahinter sein. Ich finde das sehr bedenklich…im Gegensatz zu Herrn Klenk.
C
23. Januar 2009 um 18:03 schimi
Stimmt, ursprünglich habe ich keine Antwort auf den Brief bekommen, aber das kann ja viele Gründe haben. Hätte die Antwort jedenfalls fairer Weise auf jeden Fall hier auch veröffentlicht (allerdings nur nach Rücksprache, weil das ja ursprünglich Mails waren und kein Blog). Auf den Blog hin hat sich Florian Klenk aber inzwischen schon bei mir gemeldet, und gemeint vielleicht bei Gelegenheit hier noch vorbei zu schauen.