Herr Lobo in der kleinen multimedialen Welt

Geschrieben von schimi am 25. Februar 2009 | Menschen

Man kennt das doch, oder? Man hört irgendein Wort zum scheinbar ersten Mal, und plötzlich taucht dieses an allen Ecken und Enden auf, begegnet einem innerhalb kürzester Zeit immer wieder, und man wundert sich wieso man davon nicht schon früher gehört hat. Natürlich hat dieses Phänomen damit zu tun, dass wenn man erst einmal aktiv auf etwas hingewiesen wurde, es einem in der eigenen Wahrnehmung viel leichter ins Auge springt.

So ähnlich ist es mir in den letzten Wochen auch mit dem Namen einer Person gegangen, einem gewissen “Sascha Lobo”, von dem ich zugegebenermaßen bis vor kurzem noch nie etwas gehört hatte, obwohl er scheinbar – so weiß ich heute – in der deutschsprachigen Internet- und Blogszene durchaus recht bekannt ist, und der mir nun innerhalb kürzester Zeit gleich dreimal mehr oder weniger zufällig über den Weg gelaufen ist.

Begegnung Nummer 1 war vollkommen zufällig, als der Herr mit seinem aufällig rotem Irokesen-Haarschnitt bei Stermann und Grissemann in der TV-Sendung “Willkommen Österreich” zu Gast war. Dort durfte er sein neues Buch präsentieren, dass auf einen Titel hört, der mich zugegebnermaßen von der ersten Sekunde an irgendwie gefesselt hat: “Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin”. Hübsch. Das spricht mich an. Zusammen mit der Bachmann-Preisträgerin Kathrin Passig (beide schreiben auch für den Weblog Riesenmaschine) beschreibt er darin scheinbar, dass man sich nicht mit eisener Selbstdisziplin zu Dingen zwingen sollte, sondern dass es vielmehr jene Dinge sind, die einem ohnehin von selbst Spaß machen, die einen im Leben weiterbringen und einen wie auch immer gearteten Erfolg ermöglichen. Ich gebe zu, ich hab das Buch bisher leider noch nicht gelesen (aber das wird nachgeholt), nicht zuletzt auch weil ich ein bisschen die Sorge habe, dass es vielleicht nicht ganz das halten kann, was der Titel verspricht. Interessant und sympathisch klingt das aber allemal, und hat durchaus meine Aufmerksamkeit erregt.

Begegnung Nummer 2 enstand aus einem persönlichen Interesse für Twitter heraus. Da ich bisher selber kein Twitter Nutzer war, aber man ja auch daran derzeit nur schwer vorbei gehen kann, habe ich unlängst ein bisschen zu Sinn und Zweck von Twitter recherchiert. Dabei stieß ich auf Informationen über die 3-Sat Sendung “Sixtus vs. Lobo“. Ja, der Name kam auch mir bekannt vor. Bei der Sendung handelt es sich laut Selbstdefinition “vermutlich um die erste Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die aus Twitter heraus entstand.” Denn dem Konzept zugrunde lag eine Fehde zwischen Mario Sixtus und Sascha Lobo aus dem Jahr 2007, die ursprünglich über Twitter ausgetragen wurde, sich später zu einem Videoblog ausweitete, und schließlich zu einem Teil von “neues auf 3sat” wurde. Dabei geht es schlicht und einfach um eine Art kultivierte Beschimpfung, oder einen gepflegten Streit zwischen den beiden Protagonisten, zu einem bestimmten vorgegebenen Thema. Ich muss sagen, die Sendung selbst trifft nicht ganz meinen Humor, die Entstehung und die Idee dahinter finde ich aber wiederum ziemlich interessant. Witzig auch, dass für sämtliche Bilder die in “Sixtus vs. Lobo” zu sehen sind Fotos von flickr verwendet werden. Ein echtes Web 2.0 Kind also.

Meine Begegnung Nummer 3 schließlich entstand durch meinen Artikel in dem unter anderem die Wochenzeitschrift “Der Freitag” erwähnt wird. Als ich da ein wenig in Google unterwegs war, stieß ich auf einen Beitrag über die Zeitschrift, der offensichtlich von Sascha Lobos eigenem Weblog zu stammen schien. Der Beitrag ist auch wirklich interessant, handelt es sich doch um eine ziemlich herbe Kritik an einem Freitag Kommentar über Hugo Chavez, die ich durchaus nachvollziehen kann.

Innerhalb weniger Tage bin ich also gleich dreimal über Herrn Lobo gestolpert. Zur Abrundung sei auch noch erwähnt: wenngleich er schon lange im Netz aktiv ist, seinen eigenen Weblog hat er so wie ich auch mit Anfang dieses Jahres gestartet. Und interessanter Weise hab ich dort auch gleich noch einen anderen schlauen Artikel zur Frage der Rolle von Blogs in unserer Medienlandschaft gefunden, der sich irgendwie an meinen Beitrag in dem “der Freitag” vorkommt anschließt. Wie dem auch sei, auf jeden Fall sollte man ihn im Auge behalten diesen Herrn Lobo, was in unserer kleinen, multimedialen Welt scheinbar nicht mehr besonders schwer ist.

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.