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	<title>Schreibblogade &#187; schimi</title>
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		<title>Oh du fröhliche&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 15:16:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Weihnachtszeit, besinnliche Zeit,  Zeit der Nächstenliebe, Zeit des Miteinanders, Zeit aufeinander zu zugehen:
Rektor Winkler wählt als wunderbaren Termin, um den Audimax der Wiener Universität von der Polizei räumen zu lassen, den 21.Dezember. In seiner Begründung scheint ein bisschen durch, aus welcher politischen Ecke er sich dabei beraten hat lassen: Drogen sollen im Spiel sein. Und wilde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weihnachtszeit, besinnliche Zeit,  Zeit der Nächstenliebe, Zeit des Miteinanders, Zeit aufeinander zu zugehen:</p>
<p>Rektor Winkler wählt als wunderbaren Termin, um den Audimax der Wiener Universität von der Polizei räumen zu lassen, den 21.Dezember. In seiner Begründung scheint ein bisschen durch, aus welcher politischen Ecke er sich dabei beraten hat lassen: Drogen sollen im Spiel sein. Und wilde Parties geplant. Hui, da sind scheinbar wirklich böse Menschen am Werk, dort im Audimax. Vor allem bei einem sind sich alle einig: Es sind mit Sicherheit keine Studenten, die irgendein bildungspolitisches Ziel verfolgen. Denn, so verkündet auch schon der Polizeisprecher: Es waren nur ca. 10 &#8211; 15 Studenten vor Ort, der Rest von ca. 80 Personen, waren ohnehin nur Obdachlose. Und der zuständige Minister, der sich gerade ganz woanders (nämlich auf einer Klausur für seinen zukünftigen Job) befindet, und das Problem gekonnt auf den Rektor abgewälzt hat, legt noch einen nach: Genau, fast nur Obdachlose, das hat mit Bildungsproblemen rein garnichts mehr zu tun gehabt. Na dann können wir ja alle glücklich und zufrieden sein: Am kältesten Tag des Jahres, um sechs Uhr in der Früh, drei Tage vor Weihnachten, werfen wir 80 Obdachlose vor die Tür. Und die einzigen, die das nicht ganz okay finden werden auch noch zynisch belächelt: Na seht ihr, es geht doch garnicht um Bildungspolitik, das ist doch alles garnicht so schlimm! Nur: Nichts hat sich verändert. Nichts hat sich gebessert. Wir sind der Lösung keinen Schritt näher. Aber wir können in Ruhe Weihnachten feiern, denn es hat wieder funktioniert: Einfach aussitzen das Problem, nur nicht ernstnehmen. Unsere geniale Politik!</p>
<p>Gratulieren darf man auch Frau Fekter: mit harter Hand hat sie durchgegriffen, als starke Frau geht sie unbeirrt ihren Weg. So mag das der Österreicher. Schade nur, dass es in Eberau vermutlich nie zu einem Asylzentrum kommen wird, denn man muss kein Hellseher sein, um vorherzusehen wie eine derartige Volksbefragung nun ausgehen wird. Wer kanns den Eberauern verdenken? Nur ein kleiner Blick in die Steiermark reicht, und wir sind im Demokratievergleich am anderen Ende des Spektrums angekommen: Die Bevölkerung wurde eingebunden, die Bevölkerung wurde informiert, die Bevölkerung hat entschieden. Ja, so einfach könnte das sein. Keine Aufregung, keine politischen Kleinkriege, und vor allem: Am Ende steht eine Lösung. Man darf den Vordernbergern wirklich zu ihrer Entscheidung (69,9%!) gratulieren.  Das ist aus meiner Sicht eine besonnen getroffene Entscheidung unter Abwägung von Vor- und Nachteilen. Vor allem muss man ihnen aber zur Art der Entscheidungsfindung gratulieren, denn hätten sie dagegen gestimmt, wäre das genauso zu akzeptieren. Der springende Punkt ist wie gesagt nur: es ist eine Entscheidung die akzeptiert wird, nicht einmal die Rechten können da noch viel dagegen sagen.</p>
<p>Doch während sich Österreich ausgerechnet in dieser ruhigen Weihnachtszeit mit so lässtigen Randerscheinungen wie Obdachlosen, Asylanten und partywilden Studenten herumschlagen muss, trifft uns wenigstens außerhalb unserer Grenzen keine Schuld: Nichts geringeres als die Rettung dieses Planeten stand auf der Tagesordnung für Dezember, geworden ist es dann doch nur&#8230; rein garnichts. Noch nicht einmal ein brauchbarer Vorschlag, der dann von manchen vielleicht nicht unterzeichnet worden wäre.  Und alleine, alleine will man natürlich auch nichts für den Klimaschutz machen. Wäre ja nur zum Nachteil. Und so will zwar die ganze Welt die Erde retten, nur unsere Führer können sich nicht darauf einigen, weil sie so die Hosen voll haben, ihre Ei.. äh Wirtschaft könnte schrumpfen. Denn: Schuld sind doch zum Glück immer die Anderen. Und so kann unser Umweltminister Berlakovich mit gutem Gewissen vor die Kameras treten und verkünden: Schade, schade, dieses Ergebnis ist eine große Enttäuschung. Er hätte ja gewollt, nur das böse Amerika nicht, und schon garnicht dieses oberböse China. Sprach er, und reiste zurück in das Land mit dem schlechtesten Kyoto Ergebnis aller EU Länder.</p>
<p>So einfach kann Politik sein. Und im ganzen Land ist die Feiertagsruhe wieder hergestellt. Im ganzen Land? Nein, in einem kleinen Teil namens Kärnten zanken, spalten und vereinen sie was das Zeug hält. Darum gibts <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BBGmUI0u7Ic" target="_blank">hier </a> zum Abschluss doch noch etwas Aufmunterndes, für alle die immer noch nicht den Durchblick haben, wer jetzt wann wo für und gegen wen ist. Viel Spaß und frohe Weihnachten!</p>
<p>PS: wer das Original nicht kennt, kann das <a href="http://www.youtube.com/watch?v=6pwmffpugRo&amp;feature=related" target="_blank">hier</a> nachholen</p>
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		<title>Das Gesicht Europas</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 14:33:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit ein bisschen Verwunderung nehme ich in den letzten Tagen die mediale Berichterstattung über die neuen Führungsfiguren der EU wahr: Ratspräsident Herman Van Rompuy und die Hohe Repräsentantin für Außenpolitik Catherine Ashton ernten durch die Bank nur Ablehnung, Spott und Hohn. Aber weshalb?
Prinzipiell wäre es ja ganz normal und durchaus zu erwarten, dass eine solch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ein bisschen Verwunderung nehme ich in den letzten Tagen die mediale Berichterstattung über die neuen Führungsfiguren der EU wahr: Ratspräsident Herman Van Rompuy und die Hohe Repräsentantin für Außenpolitik Catherine Ashton ernten durch die Bank nur Ablehnung, Spott und Hohn. Aber weshalb?</p>
<p>Prinzipiell wäre es ja ganz normal und durchaus zu erwarten, dass eine solch wichtige, und durch die große Anzahl der Mitgliedsstaaten nochmal verkomplizierte Entscheidung, nicht nur auf Zustimmung stoßen wird. Gerade von den jeweils &#8220;anderen&#8221; politischen Lagern wären Kritik und Unzufriedenheit durchaus zu erwarten gewesen. Wir alle sind doch gebrannte Kinder, in dieser Art des politischen Spiels. In diesem Fall scheint die Lage aber auffallend anders zu sein: Denn gerade von politischer Seite hört man auffallend wenig Kritik. Tatsächlich scheint es so zu sein, dass mit der vorliegenden Entscheidung  vor allem eines tatsächlich erreicht wurde: Einen Konsens zu finden, der sowohl alle politischen Lager, als auch alle Mitgliedstaaten zufriedenstellt. Eine Lösung, die nicht nur die wichtige und oft ersehnte Einigkeit in Europa herstellt, sondern die vor allem auch auf ausreichend soliden Beinen steht, um sich nicht täglich mit sich selbst beschäftigen zu müssen, sondern Europas Politik voranzutreiben. Nun kann man natürlich auch einen solchen Konsens kritisieren: Nicht immer ist der Mittelweg auch unbedingt der Beste. Manchmal könnten auch mutigere und ausgefallenere Entscheidungen zu besseren Ergebnissen führen. Doch schießen die Medien mit dieser einseitigen Kritik nicht ein wenig übers Ziel hinaus?</p>
<p>Mein Eindruck ist tatsächlich folgender: Die mediale Kritik richtet sich nicht nach politischen Standpunkten, sie richtet sich ausschließlich nach Äußerlichkeiten: Van Rompuy ist ein Langweiler. Ashton ist ein Nobody. Oder noch schlimmer: Sie haben beide kein Charisma. Sind beide keine Schönheiten. Sind beide kein &#8220;Gesicht&#8221; der EU. Kann das wirklich das einzige sein, worum es geht?  Tatsächlich ist mir noch kein einziges wirklich stichhaltiges, inhaltliches Argument gegen Van Rompuy oder Ashton untergekommen. Und selbst wenn es diese gibt (wovon ich durchaus auch ausgehe), wie kann das in irgendeinem passenden Verhältnis zu der Welle an Kritik stehen?</p>
<p>Zweifelsohne: Wer hätte sich nicht einen allseits beliebten Superstar an der Spitze der EU gewünscht? Natürlich sind auch Charisma und Ausstrahlung wichtige politische Eigenschaften, die gerade auf zwei Positionen, die Europa auch nach außen hin vertreten sollen, durchaus wünschenswert wären. Doch so ehrlich muss man auch sein: Was wären denn die Alternativen gewesen? Europa hat schlicht und ergreifend derzeit einfach kein Wunderkind parat, keinen Obama, der politisches Verständnis und eine Überdosis Charisma in sich vereint. Wer hätte gerne ernsthaft eine schillernde Figur wie Berlusconi und Co. an der Spitze Europas gesehen? Und haben sich nicht auch Politikerinnen wie Angela Merkel denselben Vorwurf gefallen lassen müssen, ehe sie sich als wichtige Player in der internationalen Politik einen Namen gemacht haben? In der gesamten, wochenlangen Diskussion über die zu vergebenden Posten, wurde letzten Endes nur ein einziger Name genannt, ein Name für zwei Posten, der tatsächlich so etwas wie ein Politstar gewesen wäre: Tony Blair. Nun darf man durchaus der Meinung sein, dass sich Blair besser geeignet hätte, zumindest einen der beiden Posten zu übernehmen. Aber dass es dann nicht wiederum jede Menge Kritik gehagelt hätte, dann nicht nur von den Medien, sondern auch von politischer Seite, ist wohl unbestritten. Einen Mann als Gesicht Europas zu nominieren, der vor allem in der Außenwahrnehmung Europas genau für jene Themen der letzten 10 Jahre steht, die auch Europa selbst tief gespalten haben, und der in vielen Teilen der Welt überhaupt als Feindbild gilt, wäre das das richtige Signal gewesen? Darum frage ich mich ernsthaft: Wenn die Medien nun tatsächlich so enttäuscht von dieser Entscheidung sind, was waren denn dann ihre Erwartungen im Vorfeld? Was wären die Alternativen gewesen? Warum werden da auch von Medienseite keine Namen genannt?</p>
<p>Vielleicht liegt es ja daran, dass die Medien nur zu gerne eines der Hauptprobleme der EU immer weiter fortsetzen: das nationalstaatliche Denken: Österreichs Medien beschweren sich, dass es nicht Gusenbauer oder Schüssel geworden sind, so wie sich alle anderen Länder beschweren, dass es nicht ihre Kandidaten geworden sind. Nur wer bitte in Europa, hätte die Namen Schüssel und Gusenbauer gekannt? Vermutlich weniger als Van Rompuy und Ashton. Heute zu Mittag wurden die Namen der neuen EU-Kommissare verkündet. Da sind wir es schon gewohnt, dass wir die Namen nicht unbedingt schon im Vorhinein kennen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie schlecht oder gut sind. Es ist nur ein Ausdruck für die Tatsache, dass Europa ein Konglomerat aus verschiedenen Staaten, Sprachen, Parteien und Menschen ist, dass noch sehr stark zusammenwachsen muss.</p>
<p>Die Angst, dass Europa nun ein uninteressanteres Gesicht hat als &#8220;die anderen&#8221;, die teile ich einfach nicht. Okay, es gibt vielleicht genau einen, mit dem wir nicht mithalten können. Aber Chinas Staatschef? Russlands Staatschef? Was für ein Match soll das bitte sein, wer den charismatischeren Vertreter hat? Im Gegenteil: Ich glaube sogar, dass es Europa sehr gut tun könnte, ein eigenständiges Profil zu entwickeln: Keinen Staatschef, der in Militäruniform auftreten muss, keinen, der sich gerne in Cowboymanier zu Pferd ablichten lässt. Sondern ein von mir aus auch langweiliges, aber dafür sachliches, ruhiges, überlegtes Gesicht. Kein Superstar, aber ein verlässlicher Partner und intelligenter Gesprächspartner auf dem internationalen Bankett. Das sollte und könnte Europa sein. Das sollte und könnte daher auch unser eigenes, europäisches Gesicht sein.  Ob das van Rompuy und Ashton verkörpern werden weiß ich nicht. Ich weiß auch zu wenig über sie, um hier nur positiv wirken zu können. Sie von Haus aus abzulehnen halte ich aber für falsch.</p>
<p>Seit Jahren weiß man, dass die EU vor allem an ihrem negativen Image unter ihren eigenen Bürgern leidet. Darum wäre es &#8211; nicht nur-  aber auch Aufgabe der Medien, dieses Image zu verbessern. Das dies nun, gerade in einer Zeit in der sich auf europäischer Ebene tatsächlich wieder Dinge verändern und weiterentwickeln, auf so eklatante Art und Weise nicht geschieht, sondern ausschließlich negativ berichtet wird, halte ich wirklich für erstaunlich. Ich würde mir erwarten, dass man mir erklärt wer van Rompuy und Ashton wirklich sind, und mir nicht nur ihre Fotos zeigt.</p>
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		<title>Button brennt</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 19:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit ich einen dieser &#8220;Uni brennt&#8221; Buttons auf meiner Tasche trage (Armin Soyka sei dank, der hatte bei seinem Wahlhearing eine Menge davon dabei), wurde ich bereits zweimal gefragt, ob ich mich mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren kann. Mich nervt diese Frage irgendwie, denn: Nein, ich kann mich natürlich nicht mit allen Forderungen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich einen dieser &#8220;Uni brennt&#8221; Buttons auf meiner Tasche trage (Armin Soyka sei dank, der hatte bei seinem Wahlhearing eine Menge davon dabei), wurde ich bereits zweimal gefragt, ob ich mich mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren kann. Mich nervt diese Frage irgendwie, denn: Nein, ich kann mich natürlich nicht mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren, schon allein deswegen, weil ich wahrscheinlich nicht einmal alle kenne. Und ja, ich kann mich mit den Forderungen der Studierenden identifizieren, weil sie für mich größtenteils im Grunde alle auf einen wesentlichen Punkt hinauslaufen: Der Bildungspolitik wieder jenen Stellenwert zu geben, die sie im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz (also ihre Auswirkungen in diverse andere Bereiche unseres Lebens) eigentlich haben sollte. Eine Uni, die von StudentInnen die dort studieren wollen überrannt wird, sollte sich glücklich schätzen (können), und das nicht ausschließlich als Problem sehen. Ein Land, das von Studierenden überrannt wird, sollte sich als erstes überlegen, wie es dieses enorme Potential für sich nützen kann, anstatt einfach nur abzublocken. Erst wenn diese Prämisse erfüllt ist, diese gänzlich andere Herangehensweise gewählt wird, erst dann kann man sich ernsthaft über Lösungen, Finanzierung und Zugangsbeschränkungen Gedanken machen.</p>
<p>Abgesehen von den angesprochenen konkreten Forderungen sind es für mich aber vor allem 3 prinzipielle Punkte, die die Aktion der StudentInnen für mich so unterstützenswert machen:</p>
<p>1. Die Besetzung der Hörsäle ist für mich nicht weniger als eine der wichtigsten demokratischen Bewegungen der letzten Jahre. Das mag im ersten Moment ein bisschen nach einer hochtrabenden Floskel klingen, trifft für michaber tatsächlich zu: Betroffene sind mit einer Situation so unzufrieden, dass sie zu außergewöhnlichen Mitteln greifen, und diesebislang auch durchziehen. In Österreich geht das selten über eine einzelne Demonstration hinaus. Die Art und Weise wie die StudentInnen sich selbst organisieren, und in einem scheinbaren Chaos trotzdem produktiv bleiben, ist tatsächlich eine Lehrstudie für Demokratie. Besonders schön zeigt sich das find ich auch an Hand der Tatsache, dass diese Aktion nicht zuletzt auch als Kritik an ÖH und Univertretern zu verstehen ist, die erst spät undteilweise zögerlich aufden Zug aufgesprungen sind. Offensichtlich haben es diese offiziellen Vertretungen nicht geschafft die Anliegen der StudentInnen, die ja keineswegs neu sind, in den letzten Jahren in einem ausreichenden Maß zu vertreten und durchzusetzen. Irgendwann ist dann das Maß der Unzufriedenheit überschritten, und die Betroffenen greifen eben selbst zu Aktionen, nehmen das Ruder selbst in die Hand, stellen sich selbst auf die Hinterbeine. Genau das ist es, was ich mir in anderen Bereichen so oft wünschen würde: Wann ist es beispielsweise bei den Lehrern soweit, dass sie ihre eigene Gewerkschaft links liegen lassen, und in Sachen Bildung wieder die Initiative ergreifen?</p>
<p>2. Hat sich in den letzten Jahren in Österreich leider eine bestimmte Taktik in Sachen politischer Unzufriedenheit etabliert: Einfach mal nichts tun. Einfach mal ignorieren, durchtauchen,und hoffen dass so bald wie möglich alles wieder ruhig ist, und die Unzufriedenheit von alleineverstummt ist. &#8220;Hände falten, Goschen halten&#8221; ist inzwischen nicht nur in ÖVP Kreisen ein beliebtes Mittel der Wahl. Darum halte ich es auch in diesem Fall für untragbar zu sagen, diese Studenten und Studentinnen, diese Menschen die mit einer bestimmten Sache unzufrieden sind, sind keine legitimierten Vertreter, deswegen verhandeln wir nicht mit ihnen. Ich sage das Gegenteil sollte der Fall sein: Von je weiter &#8220;unten&#8221; eine solche Aktion getragen wird, aufdesto demokratischeren Beinen steht sie. Egal ob es sich scheinbar &#8220;nur&#8221; um brennende Unis in Wien, um brennende Mülleimer in Paris, oder um brennende Straßen in Teheran handelt: Diese Dinge müssen in einer gesunden Demokratie ernst genommen werden. Da führt kein Weg daran vorbei. Schon garnicht es einfach zu ignorieren und lächerlich zu machen. Darum: Je länger die Studenten aushalten und nicht von ihrem Weg abweichen, desto besser.</p>
<p>3. Ist diese Geschichte auch eine der ersten und wenigen der letzten Jahre, die sich tatsächlich auch EU weit ausbreitet. Das finde ich schön. Denn ein EU-weites Problem, ein Problem von dem inzwischen jeder weiß, dass es nur im europäischen Kontext gelöst werden kann, muss auch auf europäischer Ebene diskutiert und angeprangert werden. Die internationalen StudentInnen haben das auf beeindruckende Weise geschafft: Das ist auf der einen Seite Solidarität, auf der anderen Seite das Ansprechen von ähnlichen Problemen. Das eine solche Bewegung ausgerechnet in Wien ihren Ursprung nimmt, im Demokratie-Entwicklungsland Österreich, halte ich selbst jetzt noch für absolut unglaublich.</p>
<p>Darum brennt auch mein Button, als Zeichen meiner Unterstützung.</p>
<p>PS.: und ja ich weiß, ich hab schon lange nicht mehr gebloggt. War in den Sommermonaten lange nicht da, werd mich jetzt wieder bessern.</p>
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		<title>Unterstützer ja, Mitglied nein</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 12:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gebe zu, es war ein bisschen ein Schock, als Martin, einer der Initiatoren der grünen Vorwahlen, letzte Woche erklärte er würde seine mühsam erlangte Unterstützerrolle bei den Wiener Grünen zurücklegen. Zum einen, weil es für mich doch ziemlich überraschend kam, zum anderen, weil es bei einem der Mitinitiatoren doch auch einen gewissen Beigeschmack des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gebe zu, es war ein bisschen ein Schock, als <a href="http://martin.schimak.at/2009/07/warum-ich-kein-gruener-mehr-bin/#comments" target="_blank">Martin</a>, einer der Initiatoren der grünen Vorwahlen, letzte Woche erklärte er würde seine mühsam erlangte Unterstützerrolle bei den Wiener Grünen zurücklegen. Zum einen, weil es für mich doch ziemlich überraschend kam, zum anderen, weil es bei einem der Mitinitiatoren doch auch einen gewissen Beigeschmack des resignativen Scheiterns hat.</p>
<p>Nun ist Martin aber, so wie alle anderen MitinitiatorInnen und Grünen VorwählerInnen in erster Linie einfach ein Individuum, das so wie jeder andere seine persönlichen Entscheidungen treffen muss. Als solche ist diese auch schlicht und ergreifend einfach zu akzeptieren, und bedarf eigentlich keines weiteren Kommentars. Ich erlaube mir aber trotzdem ein paar Gedanken zu diesem Entschluss hinzuzufügen, weil ich ihn insgesamt etwas gespalten sehe:</p>
<p>Da ist auf der einen Seite die rein persönliche Ebene. Auf dieser verstehe ich Martins Argumente zu hundert Prozent. Auch ich hab im Laufe der letzten Wochen immer wieder mit dem Gedanken gespielt die Unterstützerschaft einfach wieder bleiben zu lassen. Zu absurd, und einfach zu falsch, war der Umgang der Wiener Grünen mit ihren engsten Sympathisanten. Auch ich habe in den letzten Wochen Dinge über die Wiener Grünen gelernt, die mir vorher in keinster Weise klar waren. Die Wiener Grünen scheinen sich tatsächlich als eine Art geschlossene Gesellschaft zu sehen, mit einem scharf abgegrenzten Wertebild, in das selbst leichte Abweichungen, also Menschen die im Grunde die selben Grundwerte teilen, aber vielleicht hier und da andere Meinungen vertreten, nur schwer hineinpassen. &#8220;Flügelkämpfe&#8221;, die in den Medien noch als &#8220;Pluralität&#8221; wahrgenommen werden, sind größtenteils vielmehr Versuche eine Richtungsänderung zu vermeiden. David Ellensohn hat diesen Sachverhalt (sei die Angst in Bezug auf die Grünen Vorwähler nun berechtigt oder nicht) wenigstens klar ausgesprochen. Sich Wahlen zu stellen, und damit dem Wähler, ist nur ein Nebenprodukt, wird nur als Seitenarm gesehen, ein Weg von vielen um die Themen dieser geschlossenen Gesellschaft voranzutreiben. Das ist auch durchaus eine Ansicht, die eine Gruppe für sich haben kann. Sie unterscheidet sich aber nunmal leider diametral von meinem demokratischen Verständnis: Für mich sind Wähler nicht Mittel zum Zweck, um eine Interessensgruppe vertreten zu können. Sondern umgekehrt, die Wähler sind es, die mir als Partei vorgeben müssen wo es lang geht, weil ich ihre Vertretung in den Parlamenten bin. Insofern hab ich schon des öfteren gedacht: Okay, das ist ihre Meinung, die zu akzeptieren ist. Unterstützenswert ist das für mich persönlich aber nicht.</p>
<p>Noch verständlicher wird diese individuelle Ebene für mich, wenn es tatsächlich um persönliche Dinge geht. Die Ablehnung von Martins Frau Kathi ist nur ein Beispiel für eine ganze Reihe an individuellen Geschichten die ich kenne, in denen Menschen mit fadenscheinigen Gründen abgelehnt wurden, die teilweise selbst den Grünen Grundwerten widersprechen (welche Partei kämpft nochmal dafür, dass auch Kindererziehung als Arbeits-gleichwertiger Teil unserer Gesellschaft gesehen werden muss?), dass es einem wirklich schwer gemacht wird, vor Freunden und Bekannten diese Entscheidungen auch nur irgendwie verteidigen zu können. Das ist einfach nicht drin. Gleichzeitig den Grünen Vorwahlen vorzuwerfen, den Grünen nur schaden zu wollen, grenzt schon an eine Schizophrenie, die einem wirklich jede Lust an Teilhabe zerstört. Das hat nichts mit &#8220;beleidigt sein&#8221; zu tun, sondern einfach mit der persönlichen Frage: &#8220;wozu das Ganze?&#8221;. Sieht man sich die &#8220;Zahlenspiele&#8221; an, wie punktgenau &#8220;mehr als die Hälfte&#8221; der Grünen Vorwähler angenommen wurde, ebenso &#8220;mehr als die Hälfte&#8221; aller Unterstützeranträge, so ist es zu offensichtlich, dass es bei alle Begründungen nur um eines ging: Eine gezielte Dezimierung der blanken Zahlen, eine Minimierung des Risikos bei den kommenden Kandidaten-Wahlen. Es gab keine anderen Argumente, so einfach ist das, so muss man das auch aussprechen dürfen. Und das ist wirklich bitter. Das ist tatsächlich eine persönliche Enttäuschung, die sich wohl die wenigsten Grünen Vorwähler erwartet hätten, und die jetzt soviele vor den Kopf stößt.</p>
<p>Anders sieht für mich die &#8220;offiziellere&#8221; Ebene, die Ebene des Mitinitiators aus. Da ist es für mich schon schwerer zu beurteilen, ob Martins Entscheidung &#8220;die Richtige&#8221; ist. Denn die Frage ist schon, was die ursprünglichen Ziele der Grünen Vorwahlen waren? Ohne jetzt in das Getöse der Wiener Grünen einstimmen zu wollen, aber es war meiner Meinung nach doch allen Beteiligten von Anfang an klar, dass es hier zumindest ein Stück weit auch um Veränderung geht. Somit war auch allen klar, dass bei den Wiener Grünen nicht alles passt, so wie man es sich wünschen würde. Ebenso war es relativ offensichtlich, dass diese Aktion nicht nur auf offene Arme stoßen würde, sondern doch auch mit Widerstand zu rechnen war. Im Grunde also alles keine Überraschungen. Nun könnte man darauf natürlich relativ einfach antworten: &#8220;Mit SOVIEL Widerstand, und SOVIEL Problemen haben wir aber nicht gerechnet. Da ist einfach zu wenig Substanz da, auf der man aufbauen will oder kann.&#8221; Doch das ist mir irgendwie zu einfach, weil es ja nicht das einzige Ziel der Vorwahlen war, möglichst viele Menschen als Unterstützer zu gewinnen, sondern vielmehr den Kandidaten-Auswahlprozess zu begleiten und zu unterstützen. Das bedeutet für mich, der wichtigste Teil der gesamten Geschichte geht jetzt eigentlich erst los. An dieser Stelle also die Flinte ins Korn zu werfen, finde ich einfach verfrüht, auch wenn man das für naiv halten mag.</p>
<p>Umgekehrt muss ich sagen, kann ich auch mit der &#8220;jetzt erst recht&#8221; Haltung einiger Kommentare nicht wirklich viel anfangen. Zum einen bin ich dann vielleicht doch nicht naiv genug, um wirklich zu glauben mit der Unterstützerschaft große Veränderungen herbei führen zu können. Zum anderen ist es auch tatsächlich nicht mein Bestreben, jetzt irgendwem etwas &#8220;auszuwischen&#8221;. Ohne jetzt den Coolen spielen zu wollen, aber ich seh das Ganze tatsächlich relativ pragmatisch: Es gibt bestimmte Möglichkeiten, und die nutze ich auch. Nicht mehr und nicht weniger. Das hat auf der einen Seite absolut nichts bösartiges gegen die Grünen, sollte mich aber auf der anderen Seite auch kalt lassen, wenn manche Grünen es unbedingt so sehen wollen. Die Wiener Grünen haben dankenswerter Weise die Möglichkeit sich als Unterstützer zu melden. Die Grünen Vorwahlen haben mich dankenswerter Weise darauf aufmerksam gemacht. Ich hab meine Unterschrift geleistet, bin angenommen worden. Und ebenso werd ich nun von meinen Möglichkeiten Gebrauch machen damit einen kleinen Teil mitbestimmen zu können. Warum sollte ich das wieder aufgeben? Immerhin hab ich jetzt mehr Möglichkeiten als vorher, egal wie klein sie nach wie vor sein mögen. Und immerhin sind die Grünen für mich nach wie vor die am meisten unterstützenswerte Partei dieses Landes, egal wie viel das in den letzten Wochen auch geschrumpft sein mag. Und nicht zuletzt habe ich auch einige Grüne getroffen, und einige grüne Teilorganisationen kennengelernt, die absolut unterstützenswert sind. Zu sagen &#8220;die Grünen sind derzeit nicht unterstützenswert&#8221; klingt für mich auch einfach unrealistisch, weil ich nicht glaube, dass bis 2010 plötzlich eine bessere Alternative auftauchen wird, und ich sie dann mit meiner Stimme vermutlich ohnehin wieder unterstützen würde.</p>
<p>Daher ist mein persönlicher Entschluss relativ klar: Unterstützer ja, Mitglied nein. Mit etwas Verwunderung hab ich beispielsweise auch <a href="http://www.baeck.at/blog/2009/06/22/welche-moeglichkeiten-haben-abgelehnte-gruene-vorwaehler/" target="_blank">Geralds Vorschlag</a> gelesen, doch einfach Mitglied der Grünen zu werden, ein Vorschlag der auch von Seiten der Wiener Grünen immer wieder kam. Nun ist das theoretisch natürlich vollkommen richtig, praktisch hab ich mich über den Vorschlag aber gewundert, weil es für mich dem Kern der Grünen Vorwahlen entgegen steht: die Möglichkeit Mitglied zu werden, kannte wohl vorher schon jeder. Trotzdem hat das niemand der Grünen Vorwähler in Anspruch genommen. Die Möglichkeit Unterstützer zu werden, hat hingegen viele angesprochen. Warum? Dass es nur um Mitgliedsbeiträge als einzigen Unterschied geht, halte ich persönlich für einen Blödsinn. Zumindest von mir kann ich sagen: Ich will tatsächlich kein Mitglied sein, weil ich dann all diese Probleme mittragen muss, und mich ständig internen Kämpfen aussetzen müsste. Ich glaube all die Argumente, die Martin aufzählt, gelten für mich für die Mitgliedschaft: Für dieses Maß an Teilhabe reicht die Sympathie derzeit einfach nicht aus. Die Kraft und Energie &#8220;von innen heraus&#8221; etwas verändern zu müssen, das ich nicht zu 100% unterstützen kann, würde ich wahrscheinlich tatsächlich nicht finden. Immer wieder dieselben guten Argumente wiederholen zu müssen, um immer wieder auf teilweise taube Ohren zu stoßen, war schon eine harte Lehre der letzten Wochen. Das hat garnicht so sehr etwas mit den Grünen im Speziellen zu tun, sondern vielleicht mit einer Art &#8220;Bindungsangst&#8221; von mir im Allgmeinen: Ganz, ganz, ganz selten war ich in meinem Leben wirklich freiwillig und gerne Mitglied einer Organisation. Unterstützung ist für mich hingegen etwas anderes: Ja, unterstützen will ich die Grünen nach wie vor. Und genau diese Art der Partizipation haben die Grünen Vorwahlen für mich eröffnet. Warum sollte ich das jetzt wieder aufgeben?</p>
<p>Mir ist natürlich bewusst, dass solche Formulierungen vielen Grünen zu wenig ist: Die Frage wieviel Mitarbeit und Identifikation erforderlich ist, um sich das Privileg des Mitbestimmens zu verdienen, ist ja oftmals diskutiert worden. Aber das spricht genau einen weiteren Punkt an, den ich in meine Definition des Umgangs mit der Situation einbeziehen möchte: als Unterstützer und Wähler (nicht als Mitglied wohlgemerkt, und schon garnicht als in der Öffentlichkeit stehender Politiker), werde ich mir weiterhin das Recht heraus nehmen, in sämtlichen Fragen meine persönliche Meinung zu haben, und diese auch zu artikulieren. Das beinhaltet auch den Umgang der Grünen mit ihren eigenen Statuten und Regeln. Was für mich unter garkeinen Umständen in Frage kommt ist (so wie Mitinitiatorin Jana es im Kommmentar anspricht), mich in Zukunft selbst dabei zu ertappen, zu überlegen was man sagen darf und was nicht. Ich fühle mich nicht verpflichtet eine Art Parteilinie zu vertreten. Ich unterstütze die Grünen, ich bin kein Mitglied. Für meinen Geschmack ist da schon im Zuge der Diskussionen der letzten Wochen teilweise zu vorsichtig agiert worden.  Unfreundlichkeiten ausgenommen, gibt es für mich keinen Grund die Wiener Grünen mit Samthandschuhen anfassen zu müssen, inhaltliche Kritik muss immer möglich sein. Und wenn das die Grünen selbst anders sehen, wenn sie das tatsächlich als zu wenig Mitarbeit interpretieren oder gar als parteischädigend betrachten, dann steht es ihnen natürlich vollkommen frei, entsprechende Maßnahmen ihrerseits zu setzen. Ich für meinen Teil weiß jedenfalls, wie meine Art der Partizipation und Mithilfe aussieht.</p>
<p>Für mich ist die Conclusio daher relativ klar: Ich will kein Mitglied irgendeiner Partei in Österreich sein. Ich will mich nicht an etwas binden, von dem ich nicht wirklich das Gefühl habe, dass ich das auf eine Art &#8220;Ewigkeit&#8221; hinaus gut finden kann. Ich will keine Ehe eingehen, die ich nur noch über ein dramatische und schmerzhafte Scheidung beenden kann, wenn zu viele Fragen offen sind, mein Herz das nicht 100% unterstützt. Ich will hingegen frei wählen können, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich will mich zwischen Angeboten entscheiden können. Ich will meine Meinung ändern können, und auch mal neue Wege beschreiten.  Und ich will vor allem auch in Zukunft immer das beste Angebot unterstützen, ganz egal wie dieses heißt, oder welche Tradition und Geschichte mich damit verbindet. Und genau das mach ich jetzt auch, und geh am 15. November hin und unterstütze die besten Kandidaten, die die Wiener Grünen zu bieten haben.</p>
<p>PS: Und nach so vielen Worten, hört ihr jetzt erstmal einen Monat nichts von mir! Schönen Sommer und bis September dann!</p>
<p>PPS: Und für alle die noch keinen Urlaub geplant haben nochmals der Hinweis: <a href="http://www.urlaubmitfreunden.at" target="_blank">www.urlaubmitfreunden.at</a> Martin bleibt ja auch weiterhin aktiv ;-)</p>
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		<title>Doping als Medienproblem</title>
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		<pubDate>Wed, 05 Aug 2009 14:38:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Doping]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die mit Ende Juli zu Ende gegangene  Tour de France 2009 hat mich bezüglich Doping wieder einmal nachdenklich gemacht. In Österreich war ja das Thema Doping in den letzten Monaten so präsent wie vielleicht überhaupt noch nie, ausgelöst vor allem durch den letztjährigen großen Tour de France Skandal namens Bernhard Kohl. International dürfte das Thema hingegen wieder etwas abflauen, scheinbar ging die Tour de France diesmal ohne größeren Skandal über die Bühne. Nun könnte man als alter TdF Fan froh darüber sein und sogar glauben, dass diese Tour &#8220;sauber&#8221; abgelaufen ist. Doch jedem noch so naiven Beobachter ist im Grunde klar, dass das Problem keineswegs gelöst ist. Zu viele Fragen bleiben offen, und gerade eine so &#8220;sauber&#8221; abgelaufene Tour wirft zuviele neue Bedenken und Ungereimtheiten auf. Für mich scheint es fast so, als wäre Doping in einer Art dritten Phase angelangt, der mediengesteuerten Phase.</p>
<p>Phase 1 war der Beginn: Doping als Einzeltäterphänomen. Einzelne Sportler wollten sich einen sportlichen Vorteil gegenüber anderen verschaffen. Durch Einnahme von leistungsteigernden Substanzen konnten einzelne Akteure Erfolge einfahren, zu denen andere nicht mehr in der Lage waren. So wurden Ergebnisse verfälscht und der sportliche Aspekt blieb auf der Strecke.</p>
<p>Phase 2 kennzeichnete sich durch systematisches Gruppen-bezogenes Doping. Ganze Teams, oder gar ganze Sportarten gingen dazu über zu dopen. Heute wissen wir, durch die Aussagen von zahlreichen aufgedeckten Einzelfällen, dass Doping für Ärzte, Teamchefs und Sportberater zum großen Geschäft wurde. Bleibt man beispielsweise beim Radsport, so war und ist es wohl immer noch so, dass man als junger Sportler garnicht daran vorbei kam Dopingmittel angeboten zu bekommen, oder gar mitmachen musste um überhaupt an Verträge bei diversen Teams zu kommen. Geprägt war diese Phase daher vor allem auch von einem geminderten Unrechtsbewusstsein der einzelnen Sportler, frei nach dem Motto: wenn es alle machen, muss ich es ja auch machen. Nicht um einen Vorteil zu haben, sondern um keinen Nachteil zu haben. Und meine Leistung, und mein hartes Training, zählt ja ohnehin immer noch. Doping wurde zum fixen Bestandteil ganzer Sportszenen. So kommt es wohl auch, dass gewisse Sportler über Jahre hinweg an ihren Unschuldsbeteuerungen festhalten, weil sie selbst fast daran glauben. Und schlimmer noch: Auch die Medien glauben gerne daran. Man muss sich nur die Hauptakteure der diesjährigen &#8220;sauberen&#8221; Tour de France ansehen: Sieger Alberto Contador war vermutlich maßgeblich in den großen spanischen &#8220;Dr. Fuentes&#8221; Dopingskandal verwickelt. Die Initialen A.C. tauchten auf zahlreichen Proben auf, nachgewiesen werden konnte ihm nie etwas. Noch zweifelhafter ist die Sauberkeit des Idols Lance Armstrong. Dem wurde de facto EPO Doping nachgewiesen, allerdings mit Proben aus Zeiten in denen EPO noch nicht nachgewiesen werden konnte, und noch nicht einmal auf der Dopingliste stand. Man weiß also de facto, dass auch er gedopt hat. Glauben will es aber trotzdem niemand. Und schon garnicht, dass er es wieder tun würde.</p>
<p>Obwohl man niemandem Doping unterstellen kann, glaube ich einfach nicht mehr daran, dass es auch nur irgend jemanden in der Radszene gibt, der dort über Jahre hinweg zu Hause ist, der nicht irgendwann damit in Berührung gekommen ist, nicht irgendwann etwas angeboten bekommen haben muss. Anders kann es ja garnicht funktionieren. Insofern frage ich mich ganz simpel: Mal angenommen, Lance Armstrong hätte nie gedopt. Was motiviert einen Sportler, eine saubere Karriere aufs Spiel zu setzen, und in eine Sportart zurück zu kehren, von der er genau wissen muss, dass sämtliche Siege nur über Doping laufen können? Wie kann er sich ernsthaft Chancen ausrechnen, wenn er im Grunde weiß, dass alle anderen relevanten Gegner dopen? Die Antwort darauf kann nur eine der folgenden sein: A) er glaubt daran, dass der Sport jetzt sauber ist. B) er hofft darauf, dass die anderen erwischt werden, und er mit einem 2. oder 3. Platz als einziger Sauberer den Sieg erbt. C) er dopt selber und glaubt aus irgendeinem Grund fest daran, nicht erwischt zu werden.</p>
<p>Aber da es hier nicht um Lance Armstrong gehen soll, sondern um Doping allgemein, möchte ich auch versuchen auf diese Antwort A etwas allgemeiner einzugehen: Mein Problem damit, warum ich nicht daran glaube, ist weniger das Verhalten der Dopingsünder und deren Aussagen. Sondern vielmehr das Verhalten der vermeintlich &#8220;sauberen&#8221; Sportler. Ich frage mich zum Beispiel: Wie kann es sein, dass nie (niemals) ein junger Sportler auftaucht der von sich aus sagt: Mir wurde Doping angeboten, und ich habe es nicht angenommen. Das würde ja bedeuten, dass entweder nie Doping angeboten wird (woran wohl niemand mehr glaubt) oder alle die es angeboten bekommen, es auch nutzen oder zumindest aus irgendwelchen Gründen lieber darüber schweigen. Wie kann es des weiteren sein, dass sich in einer Sportart, die stark vom Doping durchzogen ist, keine aktiven Sportler finden, die wirklich aktiv als Dopinggegner auftreten und sich voll diesem Kampf widmen, einfach nur um für sich die Chancengleichheit herzustellen? Warum twittern &#8220;saubere&#8221; Sportler wie Lance Armstrong ständig darüber, wie mühsam eine überraschende Dopingkontrolle um 6 in der Früh ist, aber nie darüber, dass er sich noch mehr solche Kontrollen wünschen würde? Warum geben sich &#8220;saubere&#8221; Sportler wie Andreas Klöden selbst ein Redeverbot bei Reporterfragen nach Doping, weil er schon soo genervt ist von diesem Thema, anstatt über jede einzelne Frage diesbezüglich froh zu sein?</p>
<p>Was ich damit sagen will: Das Problem des systematischen Dopings ist nicht so sehr das Problem von verlogenen Tätern. Es ist vielmehr das Problem von allgemeinem Schweigen. Und damit formuliere ich für mich die einzige Pauschalverurteilung dieses Beitrags: Wer in einem System, in dem scheinbar alle von Doping wissen MÜSSEN, nichts dazu sagt, nicht dagegen kämpft, der macht sich selbst verdächtig. Das ist es, was ich den Radsportlern vorwerfe. Und nicht nur ihnen. Der Radsport ist letzten Endes nur ein Beispiel. Zu naheliegend ist die Vermutung, dass es in anderen Sportarten, in denen es bisher noch weniger Skandale gab, und daher noch mehr geschwiegen wird, noch viel verheerender zugeht. Wenn eine Mirna Jukic sich beispielsweise in einer Pressekonferenz darüber verwundert zeigt, dass jemand die persönliche Bestzeit innerhalb eines Jahres um ganze 9 Sekunden steigern kann, etwas wofür sie selbst (als jemand der seit Jahren in der Weltspitze mitschwimmt) ca. 9 Jahre gebraucht hat, dann verhallt diese Aussage medial als Nebensatz. Warum? Weil es ohnehin niemand nachwiesen kann, und man niemandem etwas unterstellen will. Die Unterstellung von Unsportlichkeit, als grobe Unsportlichkeit. Und vielleicht will man es im Grunde auch garnicht so genau wissen.</p>
<p>Damit kommen wir endlich zur dritten, neuen Phase in die das Doping meiner Meinung nach gerutscht ist: Als die großen Dopingskandale der letzten Jahre im Radsport bekannt wurden, war der mediale Aufschrei noch groß. Ich selbst war einer von denen, die ARD und ZDF dafür lobten, einfach mitten in der mehrwöchigen TdF Berichterstattung auszusteigen, um einem verlogenen Sport keine Plattform mehr zu bieten. Daraufhin sprangen in Folge einige nahmhafte Teamsponsoren ab, und es schien fast so, als hätte der Zuseher, um den es im Sport ja eigentlich geht, noch immer alles in der Hand: Wenn der sportliche Wettkampf de facto gleich null ist, schaut einfach keiner mehr zu. So hätte die Lösung des Problems aussehen können. Doch genau das löst leider  einen Teufelskreis aus, in dem sich Qualitätsmedien unweigerlich wiederfinden: Berichten sie immer weniger über eine Sportart, so zwingen sie diese Sportart ungewollt auch immer mehr dazu, gewisse Probleme zu verstecken und zu verschweigen. Im positiven Sinne könnte das bedeuten, dass das Problem Doping verstärkt in Angriff genommen wird, und es wirklich zu einer sauberen TdF kommt. Im Negativen kann es aber auch auf das Gegenteil hinaus laufen, weil es sich in einem nahezu aussichtslosen Kampf schneller und einfacher bewerkstelligen lässt, mitzuhelfen das Dopingproblem zu verschweigen. Die diesjährige TdF lässt mich jedenfalls massiv zweifeln: An einer Tour de France, an der niemand mehr interessiert ist, leiden vor allem die Veranstalter der  Tour de France selbst, und mit ihr die Medien, die über sie berichten wollen. Das Interesse daran, durch immer neue Dopingskandale sich immer weiter ins eigene Fleisch zu schneiden sinkt natürlich immer mehr gegen null. Und damit auch das Interesse daran, wirklich bis zum Letzten alles zu unternehmen, um Doping bei der Tour de France aufzudecken. Doping ist damit nicht mehr nur das Problem eines Einzelsportlers oder eines Teams der oder das Erfolg haben will. Es ist auch das Problem der Veranstalter und Medien, die von dieser Sportart leben.</p>
<p>Nun ist es natürlich nicht fair, einfach die Tour de France pauschal zu verurteilen. Jeder von uns kann nur Vermutungen anstellen. Aber an eine wirklich saubere Radtour, ohne einen einzigen Dopingfall, kann ich persönlich einfach nicht mehr glauben. Nicht solange diese &#8220;Sauberkeit&#8221; nicht aus besagten Gründen von innen heraus, von den Sportlern selbst gewünscht und ausgelöst wird, sondern nur durch angeblich verstärkte Kontrollen. Der Grund warum die diesjährige Tour also (noch) sauber ist, kann nur bedeuten, dass es entweder ein aussichtsloser Kampf ist, in dem immer neuere, immer bessere Methoden zur Leistungssteigerung gefunden werden, die vermutlich erst in einigen Jahren aufgedeckt werden können. Oder weil die Kontrollen eben nicht so flächendeckend und gut funktionieren, wie es angesichts hoch professioneller Doper eben nötig wäre.</p>
<p>Die Konsequenz als Zuseher ist jedenfalls ernüchternd: Entweder man lügt sich selbst in die Tasche, und will einfach an übermenschliche Leistungen glauben. Oder man man muss mit dem Wissen leben, dass Vieles nicht so ist wie es scheint. Denn selbst eine Freigabe von Doping, nach dem Motto &#8220;alles ist erlaubt&#8221;, es zählt nicht mehr nur der Fahrer, sondern auch offiziell sein Doping, wäre zwar eine Spur ehrlicher, würde aber das Problem nicht lösen: nach wie vor würde sich niemand freiwillig seines Vorteils berauben und den anderen verraten wie genau er dopt. Und ebenso wären jene mit viel Geld in der Tasche klar bevorzugt. Ganz abgesehen davon, dass es sportlich gesehen natürlich ein verheerendes Vorbild wäre.</p>
<p>Wundern kann ich mich als Zuseher nur jedes Jahr aufs Neue über die Berichterstattung, in der über dieselben Fahrer Jahr für Jahr geschrieben wird, dass sie &#8220;völlig überraschend&#8221; nicht mithalten können und &#8221;am Berg eingebrochen&#8221; sind, während bei den Gewinnern all zu gerne die &#8220;übermenschlichen&#8221; Leistungen abgefeiert werden. Auch wenn es vielleicht zu moralisch klingt, aber vielleicht ist da mehr dran als man denkt, dass zum Gewinnen immer auch das Verlieren gehört, und dass es die übermenschliche Leistungen der Medienlieblinge (weil Dauersieger und Sekunden oder Kilometerweit voraus) wie das Wort schon sagt, einfach nicht gibt.</p>
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		<title>Mut zur Peinlichkeit</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 15:21:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergangene Woche hatte ich das Vergnügen gleich 3 ausgezeichnete Konzerte in der Wiener Arena zu besuchen, den Auftritt der Yeah Yeah Yeahs und einige Tage später gleich im Doppelpack The Kills und Arctic Monkeys. Gleich vorweg: Nicht nur, dass die Sommerarena als meiner Meinung nach beste Konzert Location in Wien wieder ihren Teil zur Stimmung beigetragen hat, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vergangene Woche hatte ich das Vergnügen gleich 3 ausgezeichnete Konzerte in der Wiener Arena zu besuchen, den Auftritt der Yeah Yeah Yeahs und einige Tage später gleich im Doppelpack The Kills und Arctic Monkeys. Gleich vorweg: Nicht nur, dass die Sommerarena als meiner Meinung nach beste Konzert Location in Wien wieder ihren Teil zur Stimmung beigetragen hat, waren für mich auch alle drei Konzerte erstklassig.</p>
<p>Interessant fand ich in den folgenden Tagen aber eine Beobachtung bezüglich den zahlreichen Kommentaren und Kritiken zu den besagten (und auch weiteren) Konzerten in meinem Umfeld, und vor allem in den Foren von FM4: Da gibt es ein Argument, dass sich wie ein roter Faden durch die meisten Meinungen durchzieht, und dass ich mit folgendem Wort umschreiben würde: Der Peinlichkeitsfaktor.</p>
<p>Nun liegt es ja in der Natur der Sache, dass man, so wie bei allem, auch in Bezug auf Konzerte unterschiedlicher Meinung sein kann. Das hat in erster Linie oft schon was mit der Erwartungshaltungzu tun, damit wie sehr man die jeweilige Band prinzipiell mag und wie gut man ihre Songs kennt, mit den unterschiedlichen Eindrücken den Sound betreffend, mit unterschiedlichen Erfahrungen die Stimmung betreffend, auch mit der eigenen Stimmung am jeweiligen Abend, und nicht zuletzt auch einfach mit unterschiedlichen Geschmäckern. Schön und gut. Wenns aber um die Peinlichkeit der Bands geht, in vielen Fällen als einzigem oder ausschlaggebendem Argument, dann irritiert mich das schon, weil ich offensichtlich nach meiner jetzigen Beobachtung genau gegenteilig auf diese &#8220;Peinlichkeit&#8221; reagiere.</p>
<p>Um es konkret zu machen: Die Kills stiegen in nahezu sämtlichen Kommentaren gut aus, an ihrem souverän vorgetragenen Set gabs einfach kaum was auszusetzen. Die Arctic Monkeys wurden, vor allem auf Grund der großartigen Stimmung, die sie ihrem dankbaren (weil jungem) Publikum zu verdanken hatten, ebenfalls größtenteils mit Lob bedacht. Teilweise mischte sich hier aber auch schon die abschätzige Kritik ein: eben zu junges Publikum, Teenieband. Peinlichkeitsfaktor eben. Und am schlechtesten kamen die Yeah Yeah Yeahs weg (nein, natürlich nicht bei allen, aber eben bei einem Großteil der Leute in den Diskussionsforen), die mit Abstand am meisten mit dem Publikum kommunizierten, die wohl emotionalste Show hatten (inklusive Konfettiregen, ganz großer Peinlichkeitsfaktor) und deren Sängerin Karen O. sich auch noch zu einer Michael Jackson Widmung hinreißen lies, was  auch vor Ort im Publikum nur äußerst vorsichtig mit Applaus bedacht wurde (ui, ganz, ganz großer Peinlichkeitsfaktor).</p>
<p>Meine persönliche Reihenfolge (so schwer das auch immer sein mag), würde hingegen genau umgekehrt aussehen: Die YYYs schafften es bei mir am meisten Emotionalität und Ehrlichkeit gegenüber dem was sie machen rüber zu bringen. Selbst der Sound, der von vielen als zuwenig Bass- und Gitarren-lastig bemängelt wurde, war für mich eigentlich mehr eine Bestätigung des Sounds, den sie auch auf ihrer neuen Platte haben, eben weniger Gitarren-lastig, mehr in der Disco verhaftet. Diese Änderung der neuen Scheibe mag einem nun gefallen oder nicht, hat aber per se nichts mit der Qualität des Konzerts zu tun. Auf dem zweiten Platz wären bei mir wohl ebenfalls die Arctic Monkeys, die aus besagten Gründen wohl am meisten rockten, und auch die bombastischste Light and Sound Show hinlegten, die sich aber auch zu kaum einem Wort zum Publikum hinreißen ließen, und die &#8211; mit Ausnahme ihres Frontmans Alex Turner &#8211; eher etwas unmotiviert herumstanden. An letzte Stelle müsste ich hingegen die Kills reihen, die zwar durchaus solide ihre Songs abspulten, aber eben nur abspulten. Fm4 strich dieses &#8220;für sich selbst spielen, nicht fürs Publikum&#8221; als besonders lobenswert hervor, bei mir hat es eher das Gegenteil bewirkt: Es war okay, hat mich aber am wenigsten mitgerissen.</p>
<p>Was ist nun also meine Schlussfolgerung aus dieser Beobachtung? Je mehr eine Band aus sich heraus geht, je mehr sie sich dem Publikum öffnet, je mehr sie mit ihm spricht, je mehr sie ihren Sound auf ihren individuellen Wunsch einstellt, je mehr sie also tut, mit dem man anecken könnte, mit dem man auch mal daneben liegen könnte, oder eben peinlich sein könnte, desto eher wird es all diese Kritiken, die teilweise ja auch durchaus berechtigt sein können, auch tatsächlich geben. Wenn ich auf der anderen Seite hingegen möglichst das gewohnte Ding durchziehe, und möglichst kein Wort rede, dadurch möglichst keinen Fehler mach kann, möglichst fern und als cooler Musiker rüberkomme, dann kann mir auch nichts passieren, was wirklich peinlich sein könnte. Das schlimmste was passieren kann ist, dass mich jemand nicht so sympathisch gefunden hat. Aber das ist dem Image letztlich nur zuträglich. Hm, irgendwie kommt mir dieses Schema doch reichlich einfach vor. Irgendwie wirkt es doch zu simpel, als dass diese Beobachtung wirklich wahr sein könnte. Und doch, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr Beispiele fallen mir ein, dass es zumindest in einem bestimmten Kreis von Musikkritikern und -liebhabern tatsächlich so ist: Nur keine Peinlichkeit, dann kann man eigentlich nichts falsch machen. Auch mit Songtexten verhält es sich ähnlich: je abstrakter sie sind, je schwieriger sie interpretiert werden können, desto leichter hat es die Band. Und deutsche Texte sind daher schon mal prinzipiell eine Kategorie heikler, weil sie eben leichter peinlich sind. Wie gesagt, das soll keine Kritik an Bands sein, die aus Schüchternheit kein Wort reden wollen, oder an Sängern, die tatsächlich großartig abstrakte Texte schreiben. In vielen Fällen kann das auch wirklich besser sein. Nur als Argument, als einziges Argument warum ich eine Band kritisiere, ist es mir eben ein wenig zu einfach.</p>
<p>Ich für meinen Teil plädiere für das genaue Gegenteil: Mut zur Peinlichkeit. Je mehr ein Künstler sein individuelles Ding durchzieht, je mehr er einfach ist wie er ist, tut was er tun will, je mehr er riskiert auch mal peinlich zu sein, je mehr Angriffsfläche er damit also bietet, desto ehrlicher wird sein Produkt ankommen, und desto größer ist am Ende auch die Chance, in mir richtige Emotionen auszulösen, auch wenn ich es dann das eine oder andere Mal so richtig peinlich finden mag.</p>
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		<title>Der WM-Vorgeschmack</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 11:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>

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		<description><![CDATA[Der ConfedCup ist vorbei, Brasilien hat sich am Ende durchgesetzt, Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen. Einmal mehr hat der &#8220;Cup der Meister&#8221; keine wirklich großen Emotionen bei mir ausgelöst, er bleibt eben das was er auch sein soll: Ein Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft. Und als solcher ist er bei mir auch angekommen. Nicht nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ConfedCup ist vorbei, Brasilien hat sich am Ende durchgesetzt, Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen. Einmal mehr hat der &#8220;Cup der Meister&#8221; keine wirklich großen Emotionen bei mir ausgelöst, er bleibt eben das was er auch sein soll: Ein Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft. Und als solcher ist er bei mir auch angekommen. Nicht nur im Gastgeberland wird der ConfedCup als Testlauf für die wesentlich größere WM gesehen, auch in mir stellt sich damit langsam alles Richtung WM ein, auch wenn bis dahin noch ein ganzes Jahr ins Land ziehen wird. Aber der internationale Mix an Mannschaften, die Stimmung in den Stadien, und nicht zuletzt auch die Qualität der Spiele machen einfach so richtig Vorfreude auf das, was im kommenden Jahr auf uns zukommen wird. Hier daher 5 meiner ConfedCup Highlights, die auch einen Anhaltspunkt dafür geben, warum ich mich jetzt schon auf die kommende  Weltmeisterschaft in Südafrika freue:</p>
<p>Platz 5: Glen Moss, der Neu Seeländische Goalie. Der Mann hat gegen den Irak nicht nur wirklich ausgezeichnet gehalten, nein er hat auch für ein paar meiner persönlichen Highlights gesorgt: Nicht nur, dass er nach Ende des (für den weiteren ConfedCup bedeutungslosen) 0:0 gegen den Irak gejubelt hat, als hätte Neu Seeland gerade das Finale gewonnen (sei es nun wegen des 1. Punkts Neu Seelands bei einem ConfedCup, oder vielleicht auch weil er persönlich kein Gegentor bekommen hat), zeigte uns die Regie den gutgelaunten Mann auch in Großaufnahme, als er nachdem er einen Schuss mit dem Kopf (!) abgewehrt hatte, fast selbst nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Absoluter Höhepunkt war aber jene Situation, in der er eigentlich schon geschlagen war, der Ball von einem Mitspieler aber auf der Linie noch weggeschlagen wurde, und sich Glen Moss sekundenschnell umdrehte um diesem Mitspieler mit erhobenen Daumen ein Art &#8220;Danke, gut gemacht!&#8221; zu zu deuten. Das wäre an sich noch nicht außergewöhnlich, wäre der Ball nicht mitten ins Spielfeld weggeschlagen worden, also die brenzlige Situation keineswegs zu Ende gewesen. Nun könnte man das Unprofessionalität nennen, oder der Mann hat einfach die Ruhe weg. Für mich in jedem Fall ein Held. Ob er auch bei der WM dabei sein wird, ist noch ungewiss. Für mich verdienen Glen Moss und seine Kiwis aber zumindest stellvertretend den 5 Platz, für all jene Exoten-Teams, die mit solchen Einlagen und viel Spielfreude jede Weltmeisterschaft bereichern.</p>
<p>Platz 4: Die afrikanischen Teams. Natürlich wird bei der ersten Fussball Weltmeisterschaft auf dem schwarzen Kontinent ein besonderes Augenmerk auf den afrikanischen Vertretern liegen. Und ich kann jetzt schon sagen, dass auch meine persönlichen Sympathien bei dem einen oder anderen afrikanischen Team zuhause sein werden. Dass sie sich das verdienen, haben sie bei diesem ConfedCup klar unter Beweis gestellt. Südafrika erreichte Souverän das Halbfinale, und war auch knapp dran Spanien im Kampf um Platz 3 zu schlagen, Ägypten trug mit seinem 1:0 Sieg ganz wesentlich zum Ausscheiden von Weltmeister Italien bei, lies sich dann aber in Vorfreude auf das Halbfinale von den Amerikanern überraschen. Wie dem auch sei, beide Mannschaften haben unter Beweis gestellt, dass mit den Afrikanern bei der &#8220;Heim-WM&#8221; zu rechnen sein wird, und das ist gut so. Man bedenke vor allem, dass die beiden ConfedCup Vertreter wohl derzeit nicht die stärksten afrikanischen Mannschaften sind. Ägypten wird sich nicht für die WM qualifizieren, Südafrika muss als Gastgeber erst garnicht in die Qualifikation. Ich hoffe ja vor allem auf die Elfenbeinküste&#8230;</p>
<p>Platz 3: La furia rocha. Platz 3 im Turnier, Platz 3 auch hier. Für die spanischen Medien brach dadurch fast eine Welt zusammen, für mich war der Europameister aber nichts desto trotz die stärkste Mannschaft im gesamten ConfedCup. Zwar waren die Gegner in der Vorrunde vielleicht nicht wirklich der große Maßstab, die Art und Weise wie die Mannschaft aber agiert, und mit welcher Geschwindigkeit sie Angriffe aufbaut (und das noch nichtmal in allerstärkster Besetzung!) hat mich persönlich noch mehr überzeugt, als bei der EM. In dieser Form werden sie auch für die WM ein ganz heißer Kandidat, keine Frage. Auch im einzigen verlorenen Spiel gegen die USA waren die Spanier klar überlegen, liefen aber letztlich erfolglos gegen die amerikanische Mauer an. Einzig und allein im Spiel um Platz 3 wirkten sie schon ein wenig müde, das dürfte aber auch daran liegen, dass die Südafrikaner mit mehr Herz bei der Sache waren, noch den dritten Platz zu erreichen. Dass die Spanier letztlich gegen die Amerikaner ausschieden sollte ihnen eine gewisse Warnung sein: Nur weil sie jetzt ein Turnier gewonnen haben, und vielleicht auch die derzeit beste Mannschaft überhaupt sind, heißt das noch lange nicht, dass sie nun jedes Turnier gewinnen werden. Der Sport heißt immer noch Fussball, und gerade Spanien sollte nicht so schnell vergessen haben, dass da immer noch ein Quäntchen Glück dazu gehört.</p>
<p>Platz 2: &#8220;Yes we can!&#8221; Das größtenteils defensive Spiel der Amerikaner ist ja nun nicht nach meinem Geschmack. Und auch sonst werden sich Fussball Fans mit der &#8220;Nicht-Fussballnation&#8221; immer schwer tun. Aber, so fair muss man sein: Der Einstellung der Amis ist wirklich Respekt zu zollen! Als Überraschung dieses Turniers verdienen sie sich ganz klar Platz 2. Vor dem Halbfinale gegen Spanien las ich in einem Interview mit einem der US-Spieler auf die Frage, wie man denn die in 35 Spielen ungeschlagenen, und in 15 Spielen in Folge siegreichen Spanier überhaupt schlagen könne, die einfache, aber vollkommen zutreffende Antwort: Jede Serie geht irgendwann zu Ende. So ist es, die Amerikaner haben sich einfach jeden Sieg zugetraut, egal was irgendwelche Statistiken dagegen sagen mögen. Zuerst 6 Tore in der Tordifferenz auf Italien gutmachen (davor hätte niemand mehr mit den USA im Halbfinale gerechnet), dann den Europameister schlagen, dann im Finale Brasilien mit schnellen Kontern überraschen. Im Fussball ist letzten Endes immer alles möglich, auch das kann man zu einer Tugend machen.</p>
<p>Platz 1: Die Vuvuzela. Okay, ich gebs zu: Auch mir ist der durchgehende Bienenschwarm am Anfang auf die Nerven gegangen. Aber was solls, geht es nicht bei einer WM (oder beim ConfedCup) auch darum, die Stimmung des jeweiligen Gastgeberlandes kennenzulernen und mitzunehmen? Wäre ja noch schöner, wenn man zwar irgendwo auf der Welt das Turnier veranstaltet, aber dort dann dann reinmarschiert und den Fans erklärt: &#8220;Bitte, könnt ihr so und so  klatschen, und diesen oder jenen Schlachtruf schreien, aber diese Tröten abstellen? Danke.&#8221; Noch besser hat mir aber das Argument gefallen, die Vuvzelas wären zu laut, man könnte keine Kommandos mehr aufs Spielfeld rufen, frei nach dem Motto: &#8220;Geh bitte Burschen, könnts ihr kurz leise sein, wir spielen hier Fussball.&#8221; Hui, da könnte die Stimmung ja anders sein als bei uns, oder noch schlimmer: lauter und besser! Insofern: gut, dass sich die Vuvuzela durchgesetzt hat, ich persönlich hab mich jedenfalls schon voll und ganz daran gewöhnt, und hoffe nicht die halbe WM mit Diskussionen darüber verbringen zu müssen. Gut möglich sogar, dass das Kultobjekt während der WM auch hierzulande allerorts zu finden sein wird.</p>
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		<title>Jacko und ich</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Jun 2009 12:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[80er]]></category>
		<category><![CDATA[Kindheit]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hätte heute an dieser Stelle ein anderer Beitrag erscheinen sollen. Ein fröhlicher, über den Fussball Confederations Cup. Dazu vielleicht ein andermal mehr. Denn mir gingen heute Vormittag ein paar andere Gedanken durch den Kopf, ein paar nachdenklichere, und irgendwie hab ich das Gefühl, dass der ConfedCup heute nicht passen würde. Ich gebs zu, ich hab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich hätte heute an dieser Stelle ein anderer Beitrag erscheinen sollen. Ein fröhlicher, über den Fussball Confederations Cup. Dazu vielleicht ein andermal mehr. Denn mir gingen heute Vormittag ein paar andere Gedanken durch den Kopf, ein paar nachdenklichere, und irgendwie hab ich das Gefühl, dass der ConfedCup heute nicht passen würde. Ich gebs zu, ich hab das Gefühl, dass ich ein paar Worte zum Tod Michael Jackson´s sagen sollte, obwohl ich jetzt lange hin und her überlegt hab, weil ich eigentlich keinen all zu pathetischen Artikel darüber verfassen möchte.</p>
<p>Einige werden wahrscheinlich bereits an dieser Stelle aufhören den Beitrag weiter zu lesen. Denn ja, es ist tatsächlich entbehrlich, als einer von vielen nun in den Kanon von Nachrufen und Lebensberichten über Michael Jacksons Leben miteinzustimmen. Es ist damit zu rechnen, dass wir in den kommenden Tagen und Wochen mit diversen Stellungnahmen nur so bombardiert werden, und es wird garnicht so leicht werden, all den Wortmeldungen zu entgehen, von Leuten die tatsächlich etwas zu sagen haben, und Leuten, die plötzlich glauben sich auch dazu zu Wort melden zu müssen. Gerade deswegen ist es sowohl aussichtslos, als auch wenig interessant einen weiteren Versuch starten zu wollen, das Leben eines Mannes zu beschreiben oder zu kommentieren, das wohl in alle Ewigkeit immer mehr Fragen aufwerfen wird, als klare Antworten zu liefern. Diese Tatsache wird immer einen wesentlichen Teil des &#8220;Mythos&#8221; ausmachen, den es um Michael Jackson zweifelsfrei immer geben wird, ob es einem gefällt oder nicht. Das einzige was ich hier daher schreiben möchte sind ein paar persönliche Gedanken zu dem Thema, weil ich es irgendwie fair finde, heute zumindest jene Kleinigkeit auszusprechen, die in den letzten Jahren immer mehr unaussprechlich wurde, ohne ihr eine Flut an Erklärungen und Entschuldigungen folgen lassen zu müssen: Ja, ich war ein Michael Jackson Fan!</p>
<p>So, nun ist es raus ;-) Für manche ist das ohnehin nichts Neues. Für andere wird das immer verwunderlich bleiben, interessanterweise gerade in jenem Umfeld, dass sich mehr mit Musik beschäftigt. Aber wie gesagt, heute keine Erklärungen und Entschuldigungen dafür. Es ist einfach so. Man kann sich bekanntlich auch nicht aussuchen, von welchem Fussballverein man Fan ist. Was ich hingegen schon erzählen kann, sind ein paar meiner ganz persönlichen, kleinen Michael-Jackson Momente, meiner Erinnerungen an eine Ära:</p>
<p>Mein allererste Michael Jackson Erinnerung, und wenn ich mir die Jahreszahlen so ansehe, muss das überhaupt eine der ältesten Erinnerungen meines Lebens überhaupt sein (ich war damals 3, vielleicht 4), war als mein älterer Bruder die ganze Familie zusammen getrommelt hat, weil im Fernseher gerade das neue Video zu &#8220;Thriller&#8221; lief, das er schon gesehen hatte, und den anderen &#8220;Erwachsenen&#8221; zeigen wollte. Damals wurde das noch in der kompletten 15 Minuten Fassung oder so ausgestrahlt, ein ganzer Kurzfilm also, und eine echte Sensation. Ich weiß noch, dass ich damals weder wusste wer Michael Jackson ist, noch warum das Video für die anderen so interessant zu sein schien. Erst Jahre später hab ich die Verbindung hergestellt, und mich wieder daran erinnert, was wir damals eigentlich gesehen hatten. Ja, die Zeiten in denen Musikvideos noch eine echte Familiensensation waren gingen sehr rasch vorbei. Aber die Geschichte der Musikvideos ist wohl mit jener Michael Jacksons generell eng verbunden, denn beider Blütezeit fiel genau zusammen. Die Geschichten, wie ich als etwa 7-jähriger versuchte &#8220;Smooth Criminal&#8221; nachzutanzen erspar ich uns lieber&#8230; oder vor allem mir.</p>
<p>Dann erinnere ich mich, 10 Jahre nach &#8220;Thriller&#8221;, an den Kauf der &#8220;Dangerous&#8221; CD. Ich glaube, auch wenn ich es nicht mehr mit 100%iger Gewissheit sagen kann, dass das vermutlich die erste CD war, die ich mir selbst gekauft hab. Zumindest würde mir nichts anderes einfallen. Bis dahin hatte ich immer von der Musik meiner älteren Geschwister gelebt. Die Alben &#8220;Thriller&#8221; und &#8220;Bad&#8221; kamen in der Sammlung natürlich auch vor, aber noch als gute alte Schallplatten, noch nicht als CDs.</p>
<p>Dieser CD Kauf führte auch dazu, dass meine Schwester mich zum Michael Jackson Konzert im Wiener &#8211; damals noch &#8211; Prater Stadion mitnahm. Sie war zwar kein ausgewiesener Jackson Fan, aber bekam zu ihrer Volljährigkeit von der Stadt Wien 2 Tickets geschenkt. Mein Glück war es wohl, dass in ihrem Alter Jackson wohl nicht mehr angesagt war, darum kam ich in den Genuss der 2. Karte. Das Konzert, es war 1992, könnte ich heute noch fast in seiner gesamten Choreographie nacherzählen. Es schlug bei mir in seiner gesamten explosiven Energie ein, die bis heute wohl unerreicht ist, was zum Teil natürlich auch an meinem damaligen Alter liegen mag.</p>
<p>Gleichzeitig stellt es auch fast schon den Schlusspunkt meiner Michael Jackson Phase dar. Ein paar Jahre zehrte ich wohl noch von den Erinnerungen an jenes Konzert. Aber meine Freunde waren musikalisch längst schon in den wesentlich vielfältigeren 90ern angekommen, und alles was danach von Michael Jackson noch kam, interessierte mich auch nicht mehr wirklich, und zunehmend verschwand er vollkommen aus meinem Leben.</p>
<p>Etwa 15 Jahre später gab es trotzdem noch einen jener Michael Jackson Momente. Jan Delay legte als DJ im Wiener U4 auf, und zu weit fortgeschrittener Stunde, lange nach den eigentlichen Höhepunkten seines Sets, in einer Phase in der er endgültig sämtliche DJ-Regeln über Bord geworfen hatte, legte er Michael Jacksonauf, und zwar sicher 3 oder 4 Nummern hintereinander. Das war für mich irgendwie eine schöne Abrundung, der vielleicht einzige musikalische Held meiner Gegenwart, huldigte einen meiner Kindheits-Helden.</p>
<p>Ich denke es ist auch kein Zufall, dass wenn heute irgendwo Michael Jackson aufgelegt wird, es immer öfter auf &#8220;ABC&#8221; von den Jackson Five hinaus läuft. Ich hab den Verdacht, dass das auf eine Zeit zurück greift, die noch außer Zweifel stand. Eine Phase der Unschuld quasi, in der man heute einen Konsens finden kann, in der es einem nicht peinlich sein muss, die Nummern tatsächlich cool zu finden. Je später das Werk, desto schwerer wird das, bis hin zu jener letzten Phase, in der Michael Jackson nur noch negative Schlagzeilen machte, sei es durch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, oder durch seinen körperlichen Zustand.</p>
<p>Wäre Michael Jackson vor 10 oder 15 Jahren gestorben, hätte er sich wohl viel erspart. Er wäre unwiderruflich als Ikone abgegangen. So wie es war, werden aber immer auch viele Fragenzeichen über seinem Leben bleiben. Egal ob gerichtlich freigesprochen oder nicht, den Anstrich des Kinderschänders wurde er nicht mehr los. Aber egal was tatsächlich gewesen sein mag, oder auch nicht, es war in jedem Fall die Geschichte eines zutiefst einsamen Mannes, der so garnicht in diese Welt gepasst hat, sich hier letzten Endes so überhaupt nicht zurecht gefunden hat. Für manche hat ihn das zum unangreifbaren Star gemacht, für andere zum Sinnbild für alles Verwerfliche. Es entschuldigt nichts, und es erklärt auch nichts, aber es ist einfach so. Es hat ihn ganz nach oben gehoben, zu einem Ruhm, den wohl nie ein anderer Mensch erreichen wird (diese Zeiten sind einfach vorbei) und dann nach ganz unten, wo er nichts mehr tun oder sagen konnte, ohne dafür verachtet zu werden. Was mir heute jedoch aufgefallen ist, ist dass zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren, die Zeitungen und Online Medien (natürlich nicht alle, aber viele) bei der Berichterstattung über seinen Tod wieder alte Bilder ausgepackt haben, aus seinen besten Zeiten (ja, jene mit den peinlich, goldenen Anzügen und den Schwarzen Schlüpfern inklusive weißer Socken ;-) und nicht mehr durchwegs jene, die ihn als kranken und zerstörten Menschen zeigen. Es wird jedenfalls noch viel über ihn gesagt werden, und auf fast niemanden passen die klassischen Worte daher wohl besser als auf ihn: er möge in Frieden ruhen.</p>
<p>Meinen wohl letzten Michael Jackson Moment gab es diese Nacht, als mir ein Freund in einem SMS dessen Tod berichtet hat. Da hab ich gedacht: Lustig, es konnte nur dieser Freund sein, der mir diese Nachricht schickt. Allen anderen wäre es wohl auch herzlich egal. Doch dieser Freund hat die 80er in vielen Punkten so ähnlich erlebt wie ich. Und er versteht daher vielleicht auch, was man nicht erklären kann, was letzte Nacht zu Ende gegangen ist.</p>
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		<title>Invasion!</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 13:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gestern Abend, Schauspielhaus. Eigentlich schon viel zu heiß für Theater, aber dieser Abend für nichtmal 5 Mücken  kurz vor der Sommerpause musste noch sein. Und: es hat sich wirklich gelohnt!
&#8220;Invasion!&#8221; des schwedisch-tunesischen Autors Jonas Hassen Khemiri war echt ein absolut krönender Abschluss. Selten hab ich etwas zum Thema&#8230; hm, da wirds schon schwierig&#8230;sagen wir mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend, Schauspielhaus. Eigentlich schon viel zu heiß für Theater, aber dieser Abend für nichtmal 5 Mücken  kurz vor der Sommerpause musste noch sein. Und: es hat sich wirklich gelohnt!</p>
<p>&#8220;Invasion!&#8221; des schwedisch-tunesischen Autors Jonas Hassen Khemiri war echt ein absolut krönender Abschluss. Selten hab ich etwas zum Thema&#8230; hm, da wirds schon schwierig&#8230;sagen wir mal &#8220;fremde Kulturen, Identität, Vorurteile&#8221; gesehen oder gelesen (also auch Bücher, Filme etc.), das mit soviel Humor und gleichzeitig soviel Ernsthaftigkeit an die Sache rangeht, und dabei trotzdem niemals, nicht für den kleinsten Moment, Gefahr läuft peinlich oder übertrieben zu wirken.</p>
<p>Inhaltlich gehts&#8230; auch das ist garnicht so leicht beschrieben&#8230; eigentlich in erster Linie um einen Namen, einen Begriff: &#8220;Abulkasem&#8221;. Dieser bildet quasi das verbindende Element der Handlung, die immer wieder Ort und Personen ändert. Einmal wird der Name als neuer IN-Begriff von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verwendet &#8220;Hey, das is ja voll abulkasem!&#8221;, dann wird von einer Gruppe Wissenschaftler über die Gefährlichkeit eines gewissen Abul Kasem diskutiert, er wird ebenso als &#8220;Deckname&#8221; für eine Anmache in einem Lokal missbraucht, wie er einem illegalen Einwanderer als Identität dient, und hat am Ende, an dem sich der Kreis schließt, im wahrsten Sinne des Wortes die Runde gemacht. Der Witz steht dabei an erster Stelle, getragen nicht zuletzt auch durch die vier genialen HauptdarstellerInnen, drei Frauen die sämtliche Männerrollen spielen, und einen Mann, der die Frauenrollen übernimmt. Schräge Tanzeinlagen (ein Highlight: der Breakdance!), zahlreiche Umkleidungen, einen eigenwilligen Soundtrack und eine Regieassistentin, die erklärende Zwischentexte spricht, inklusive.</p>
<p>Klingt jetzt alles ein bisschen nach einer durchgeknallten Komödie oder so, ist es aber nicht. Zumindest nicht nur. Im Gegenteil, ich war besonders von der Feinfühligkeit beeindruckt, wie der Autor Vorurteile, sprachliche Schwierigkeiten und kulturelle Missverständnisse mit Humor präsentiert, und trotzdem die ernsten, nachdenklichen Momente nicht zu kurz kommen lässt. Irgendwie auch eine gelungene Mischung aus extrem hintergründigem, subtilem Witz und gleichzeitig auch echt skurrilen Momenten, in denen man wirklich laut lachen könnte. Auch diese Kombination ist selten, finde ich.</p>
<p>Ja, sehr viel mehr kann man dazu auch schon fast nicht mehr sagen, sollte man eben echt gesehen haben. Leider hab ich keine Ahnung ob es das Stück in der nächsten Saison nochmal spielen wird, aber wenn ja, dann ist das eine echt dringende Empfehlung! Ich werd inzwischen mal versuchen mir einen der Romane des Autors zu besorgen. Vielleicht sind die auch total abulkasem.</p>
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		<title>Vom Feigenblatt</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 13:13:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Die Grünen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie, die nur auf dem Blatt existiert, ist keine Demokratie. Wenn man einer Gruppe von Menschen, oder einem ganzen Volk, gewisse demokratische Mittel in die Hand gibt, dann muss man auch mit den so gefällten Entscheidungen und Konsequenzen leben können. Und ich spreche hier nicht von einer Schein-Demokratie wie im Iran, wo die Entscheidung zwischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie, die nur auf dem Blatt existiert, ist keine Demokratie. Wenn man einer Gruppe von Menschen, oder einem ganzen Volk, gewisse demokratische Mittel in die Hand gibt, dann muss man auch mit den so gefällten Entscheidungen und Konsequenzen leben können. Und ich spreche hier nicht von einer Schein-Demokratie wie im Iran, wo die Entscheidung zwischen einem eher gemäßigtem und einem eher radikalen Kandidaten in Wahrheit nichts mit den wahren Führern des Landes zu tun hat, die sich erst garnicht der Wahl stellen. Nein, man muss nicht über die eigenen Landesgrenzen hinaus blicken um Beispiele von Schein-Demokratie zu finden.</p>
<p>Wenn gerade in Österreich, das in Sachen Demokratie ohnehin ein Entwicklungsland ist, selbst jene wenigen Mittel die dem obersten Souverän geblieben sind nicht zur Kenntnis genommen werden, dann ist das mehr als bedenklich, und für mich keineswegs nur ein Randthema, auch wenn es scheinbar &#8220;nur&#8221; um den Delegationsleiter einer Partei geht, die ich ohnehin nicht gewählt habe.</p>
<p>Der &#8220;Fall Karas&#8221; zeigt auf, woran Österreichs Demokratie krankt: Nun haben wir hier in unserer repräsentativen Demokratieform ohnehin schon fast kein Chance auf Mitsprache, außer jener alle paar Jahre mal eine Partei zu wählen.  Die Vorzugsstimmen sind die einzige kleine reale Möglichkeit, konkreten Einfluss auf jene einzelnen Vertreter zunehmen, die uns tatsächlich im jeweiligen Parlament vertreten werden. Und kaum wird diese Möglichkeit einmal vom Souverän genutzt, wird sie einfach eiskalt ignoriert.</p>
<p>Dabei sollte es doch in diesem Punkt einfach nichts zu diskutieren geben: Es gibt eine Regelung. Es gibt eine Nutzung dieser Regelung. Damit ist die Entscheidung gefallen und Punkt. Da gibt es kein rumdiskutieren, da gibt es kein hin und her deuten. Und schon garnicht geht es hier um die parteipolitische Vergabe von irgendwelchen Posten, oder den persönlichen Befindlichkeiten der Beteiligten. Mir persönlich ist es auch herzlich egal, mit welchen Jobs sich Othmar Karas nun zufrieden gibt und wie die ÖVP glaubt die Situation gelöst zu haben: Darum geht es nicht! Denn ganz egal wie die ÖVP nun entschieden hat, die demokratische Stimme der Wähler wurde einfach ignoriert. Die Vorzugsstimmen spiegeln sich in keiner der getroffenen Entscheidungen wider. Und das ist der Skandal. Denn keine einzige dieser Vorzugstimmen wurde vergeben damit Othmar Karas nun im Parteivorstand sitzt. Keine einzige wurde vergeben, damit Othmar Karas irgendein Bürgerforum gründen kann. Jede einzelne wurde vergeben, damit Othmar Karas im europäischen Parlament vor Ernst Strasser gereiht wird. Eine einfache und klare Sprache. Dafür sind Vorzugstimmen vorgesehen. Da kann es einfach kein Rütteln geben. Wenn hunderttausende Vorzugstimmen ohne irgendeine Auswirkung einfach im Papierkorb landen, dann kann ich dieses Instrument genauso gut gleich abschaffen. Das ist Schein-Demokratie: Wir tun so, als gäbe es dieses Recht, als gäbe es diese Möglichkeit, aber, haha, wenn sie irgendwer nützt, dann kümmern wir uns einfach trotzdem nicht darum.</p>
<p>Nun ist die ÖVP allerdings eine Partei, bei der es mich nicht mehr verwundert. Und es mich vor allem nicht mehr persönlich schmerzt. Das ist leider bei den Grünen anders, denn auch die müssen sich diesen Vorwurf gefallen lassen: Sie haben durch die Ablehnung der Kandidatur Johannes Voggenhubers auf dem letzten Listenplatz gleich von vornherein verhindert, dass es überhaupt zu solchen &#8220;Problemen&#8221;, wie jenen der ÖVP kommen kann. Sorry, aber das ist leider um keinen Deut besser. Im Gegenteil, es ist sogar noch schlimmer, weil es erstens den Grünen womöglich zusätzliche Stimmen gekostet hat, die sie offensichtlich dringend benötigen hätten können, und es zweitens de facto einer Totalverweigerung der demokratischen Mittel gleichkommt. Das tut deswegen so weh, weil gerade die Grünen eigentlich die demokratischen Vorreiter in diesem Land sein sollten. Anstatt die bestehenden Möglichkeiten zu nützen, und sich das auch noch groß als Werbung an die Fahnen zu heften, weil es im ganzen Land so sein sollte, wurde diese Chance einfach weggeworfen. Das hat die ÖVP noch besser gemacht: Sie ignorieren zwar ebenso den Wunsch ihrer Wähler, haben es aber zumindest noch verstanden zumindest so zu tun als ob, und damit die Wahlen zu gewinnen. Und nochmal: Es geht nicht darum, ob und warum man einen Othmar Karas oder einen Johannes Voggenhuber nun mag oder nicht. Es geht um demokratische Mittel und deren Nutzung. Es geht um das Akzeptieren von demokratischen Entscheidungen. Ganz sachlich. Ganz klar geregelt.</p>
<p>Auch was sich derzeit bei den <a href="http://www.gruenevorwahlen.at/" target="_blank">Grünen Vorwahlen </a>abzeichnet, ist mehr als bedenklich. Zwar wurde ich persönlich als Grüner Vorwähler angenommen, doch solange ich nicht offizielle und gut argumentierte Gründe dafür kenne, warum Freunde von mir, die exakt dasselbe Formular ausgefüllt haben wie ich, und deren gleiche Ambition und Einstellung zu den Grünen Themen für mich außer Zweifel stehen, nicht aufgenommen wurden, bereitet mir diese Entscheidung große Bauchschmerzen. Denn es gilt exakt das Gleiche wie bei den Vorzugstimmen: Es gibt eine klare Regelung, in diesem Fall ein Statut der Wiener Grünen, gegen das offensichtlich von den Grünen Vorwahlen nicht verstoßen wird. Nun an diesem Statut plötzlich aus gegebenem Anlass hin- und herzudeuteln, das ist für mich einfach vollkommen ausgeschlossen. Daher kann die Entscheidung, wie auch immer sie ausgeht, nur eine klar definierte und nachvollziehbar Begründete sein. Alles andere würde sofort den Verdacht erwecken, dass es sich bei diesem Statut letzten Endes nur um ein Schein-Statut gehandelt hat, dessen Nutzung bei den Grünen eigentlich unerwünscht ist. Dass ich aber selbst auf persönliches Nachfragen bei Teilen des Vorstands bislang keine Antwort erhalten habe, weckt bei mir den Verdacht, dass diese vielleicht nicht so leicht zu formulieren und zu geben ist. Ich frage mich, ist diese Schwierigkeit eine Begründung für Ablehungen zu finden nicht eigentlich schon ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die einzig legitime Antwort die Aufnahme sein kann? In jedem Fall muss das Gefühl der Beliebigkeit dieser Entscheidung verhindert werden, in beiderseitigem Interesse.</p>
<p>Warum machen sich die Grünen das Leben selbst so schwer? Warum lässt man es nicht einfach zu, dass ambitionierte Menschen, denen die Grünen offensichtlich nahestehen und am Herzen liegen, eine demokratische Möglichkeit (die es dankenswerterweise bei den Wiener Grünen gibt) auch tatsächlich demokratisch nutzen? Warum hat man Angst vor demokratischen Entscheidungen? Das erfordert vielleicht Mut, das gestehe ich zu, aber diesen Mut darf ich mir von den Grünen erhoffen. Ebenso hoffe ich nach wie vor, dass die nächsten Tage eine befriedigende Antwort auf diese Fragen bringen werden.</p>
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