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	<title>Schreibblogade &#187; Bildung</title>
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		<title>Button brennt</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Nov 2009 19:42:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit ich einen dieser &#8220;Uni brennt&#8221; Buttons auf meiner Tasche trage (Armin Soyka sei dank, der hatte bei seinem Wahlhearing eine Menge davon dabei), wurde ich bereits zweimal gefragt, ob ich mich mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren kann. Mich nervt diese Frage irgendwie, denn: Nein, ich kann mich natürlich nicht mit allen Forderungen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit ich einen dieser &#8220;Uni brennt&#8221; Buttons auf meiner Tasche trage (Armin Soyka sei dank, der hatte bei seinem Wahlhearing eine Menge davon dabei), wurde ich bereits zweimal gefragt, ob ich mich mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren kann. Mich nervt diese Frage irgendwie, denn: Nein, ich kann mich natürlich nicht mit allen Forderungen der StudentInnen identifizieren, schon allein deswegen, weil ich wahrscheinlich nicht einmal alle kenne. Und ja, ich kann mich mit den Forderungen der Studierenden identifizieren, weil sie für mich größtenteils im Grunde alle auf einen wesentlichen Punkt hinauslaufen: Der Bildungspolitik wieder jenen Stellenwert zu geben, die sie im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Relevanz (also ihre Auswirkungen in diverse andere Bereiche unseres Lebens) eigentlich haben sollte. Eine Uni, die von StudentInnen die dort studieren wollen überrannt wird, sollte sich glücklich schätzen (können), und das nicht ausschließlich als Problem sehen. Ein Land, das von Studierenden überrannt wird, sollte sich als erstes überlegen, wie es dieses enorme Potential für sich nützen kann, anstatt einfach nur abzublocken. Erst wenn diese Prämisse erfüllt ist, diese gänzlich andere Herangehensweise gewählt wird, erst dann kann man sich ernsthaft über Lösungen, Finanzierung und Zugangsbeschränkungen Gedanken machen.</p>
<p>Abgesehen von den angesprochenen konkreten Forderungen sind es für mich aber vor allem 3 prinzipielle Punkte, die die Aktion der StudentInnen für mich so unterstützenswert machen:</p>
<p>1. Die Besetzung der Hörsäle ist für mich nicht weniger als eine der wichtigsten demokratischen Bewegungen der letzten Jahre. Das mag im ersten Moment ein bisschen nach einer hochtrabenden Floskel klingen, trifft für michaber tatsächlich zu: Betroffene sind mit einer Situation so unzufrieden, dass sie zu außergewöhnlichen Mitteln greifen, und diesebislang auch durchziehen. In Österreich geht das selten über eine einzelne Demonstration hinaus. Die Art und Weise wie die StudentInnen sich selbst organisieren, und in einem scheinbaren Chaos trotzdem produktiv bleiben, ist tatsächlich eine Lehrstudie für Demokratie. Besonders schön zeigt sich das find ich auch an Hand der Tatsache, dass diese Aktion nicht zuletzt auch als Kritik an ÖH und Univertretern zu verstehen ist, die erst spät undteilweise zögerlich aufden Zug aufgesprungen sind. Offensichtlich haben es diese offiziellen Vertretungen nicht geschafft die Anliegen der StudentInnen, die ja keineswegs neu sind, in den letzten Jahren in einem ausreichenden Maß zu vertreten und durchzusetzen. Irgendwann ist dann das Maß der Unzufriedenheit überschritten, und die Betroffenen greifen eben selbst zu Aktionen, nehmen das Ruder selbst in die Hand, stellen sich selbst auf die Hinterbeine. Genau das ist es, was ich mir in anderen Bereichen so oft wünschen würde: Wann ist es beispielsweise bei den Lehrern soweit, dass sie ihre eigene Gewerkschaft links liegen lassen, und in Sachen Bildung wieder die Initiative ergreifen?</p>
<p>2. Hat sich in den letzten Jahren in Österreich leider eine bestimmte Taktik in Sachen politischer Unzufriedenheit etabliert: Einfach mal nichts tun. Einfach mal ignorieren, durchtauchen,und hoffen dass so bald wie möglich alles wieder ruhig ist, und die Unzufriedenheit von alleineverstummt ist. &#8220;Hände falten, Goschen halten&#8221; ist inzwischen nicht nur in ÖVP Kreisen ein beliebtes Mittel der Wahl. Darum halte ich es auch in diesem Fall für untragbar zu sagen, diese Studenten und Studentinnen, diese Menschen die mit einer bestimmten Sache unzufrieden sind, sind keine legitimierten Vertreter, deswegen verhandeln wir nicht mit ihnen. Ich sage das Gegenteil sollte der Fall sein: Von je weiter &#8220;unten&#8221; eine solche Aktion getragen wird, aufdesto demokratischeren Beinen steht sie. Egal ob es sich scheinbar &#8220;nur&#8221; um brennende Unis in Wien, um brennende Mülleimer in Paris, oder um brennende Straßen in Teheran handelt: Diese Dinge müssen in einer gesunden Demokratie ernst genommen werden. Da führt kein Weg daran vorbei. Schon garnicht es einfach zu ignorieren und lächerlich zu machen. Darum: Je länger die Studenten aushalten und nicht von ihrem Weg abweichen, desto besser.</p>
<p>3. Ist diese Geschichte auch eine der ersten und wenigen der letzten Jahre, die sich tatsächlich auch EU weit ausbreitet. Das finde ich schön. Denn ein EU-weites Problem, ein Problem von dem inzwischen jeder weiß, dass es nur im europäischen Kontext gelöst werden kann, muss auch auf europäischer Ebene diskutiert und angeprangert werden. Die internationalen StudentInnen haben das auf beeindruckende Weise geschafft: Das ist auf der einen Seite Solidarität, auf der anderen Seite das Ansprechen von ähnlichen Problemen. Das eine solche Bewegung ausgerechnet in Wien ihren Ursprung nimmt, im Demokratie-Entwicklungsland Österreich, halte ich selbst jetzt noch für absolut unglaublich.</p>
<p>Darum brennt auch mein Button, als Zeichen meiner Unterstützung.</p>
<p>PS.: und ja ich weiß, ich hab schon lange nicht mehr gebloggt. War in den Sommermonaten lange nicht da, werd mich jetzt wieder bessern.</p>
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		<title>Am Tag der Arbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 09:30:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Organisationen, die für sich den Anspruch erheben in irgendeiner Form eine gesellschaftliche Relevanz zu haben, müssen sich auch mit der Entwicklung  eben dieser Gesellschaft mitbewegen. Wer da stehen bleibt und diese Veränderungen nicht wahrnimmt, oder nicht wahrnehmen will, der wird über kurz oder lang seine Bedeutung verlieren.
Die Bildungsdebatte der letzten Wochen hat mich in vielen Punkten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Organisationen, die für sich den Anspruch erheben in irgendeiner Form eine gesellschaftliche Relevanz zu haben, müssen sich auch mit der Entwicklung  eben dieser Gesellschaft mitbewegen. Wer da stehen bleibt und diese Veränderungen nicht wahrnimmt, oder nicht wahrnehmen will, der wird über kurz oder lang seine Bedeutung verlieren.</p>
<p>Die Bildungsdebatte der letzten Wochen hat mich in vielen Punkten nachdenklich gestimmt. Einen davon, den Umgang mit Politikern, die in ihrem Bereich tatsächlich noch größere Veränderungen und Verbesserungen herbeiführen wollen, habe ich bereits <a href="http://www.schreibblogade.at/2009/03/der-schiefe-turm/" target="_blank">hier</a>thematisiert. Erschreckend war für mich in Folge zu beobachten, wie ich in persönlichen Diskussionen darüber nahezu allerortsauf Taube Ohren gestossen bin. Auch in meinem näheren Umfeld waren dabei immer wieder die gleichen Argumente zu hören: &#8220;Sie hat sich ungeschickt verhalten.&#8221;, &#8220;Man kann sowas nicht in der Öffentlichkeit diskutieren.&#8221;, &#8220;Man hätte zuerst die Gewerkschaft ins Boot holen müssen.&#8221; usw. Scheinbar sind den meisten Leuten, obwohl in der Sache selbst (Bildungspolitik, finanzielle Lage,&#8230;) durchaus Verständnis herrscht, diese Dinge wichtiger als die anstehenden, langfristigen Zukunftsfragen.</p>
<p>Daraus schließe ich, dass in Österreich die Form immer noch weit über dem Inhalt steht. Und diese Form besagt scheinbar: Konkrete Ideen und Vorschläge nur nicht laut sagen! Lieber alles erstmal hinter verschlossenen Türen diskutieren. Lieber erstmal alles von der Gewerkschaft heimlich absegnen lassen, erst dann kann man es auch den Menschen da draussen zumuten. Und vor allem: Bitte keine großen Veränderungen, und schon garnicht in zu kurzer Zeit! Denn das ist furchtbar undiplomatisch!</p>
<p>Sorry, damit gebe ich mich nicht mehr zufrieden. Dann bin ich lieber mal undiplomatisch. Für mich persönlich sage ich ganz deutlich: Ich will Veränderungen, und zwar möglichst schnell! Bei dieser Aussage muss man nicht erschrecken: schnell bedeutet eben nicht automatisch auch &#8220;um jeden Preis&#8221;. Es ist nur eine zeitliche Zielvorgabe. Ich will neue Ideen und Vorschläge, und zwar möglichst offen und transparent! Ich will Diskussionen über diese Vorschläge, ganz so wie sie in den letzten Wochen geführt wurden, aber über die Inhalte, nicht über die Form, und ich will nicht schon vorher jemanden um Erlaubnis fragen müssen, bevor diese Idee überhaupt geäußert wurde. Wenn das tatsächlich  so ein großer Bruch mit unserem gewohnten, politischen System ist, dann bitte, dann soll es so sein: Ich will diesen Bruch, denn das ist die Art von Politik, die ich mir für die Zukunft vorstelle!</p>
<p>Wenn ich gleich mal einen Vorschlag zu solchen Veränderungen bringen darf, dann führt mich das zurück zu Organisationen und ihrer gesellschaftlichen Relevanz. Es kann einfach nicht sein, dass man gleich als &#8220;neoliberaler&#8221; oder als &#8220;unsensibel gegenüber Kleinverdienern&#8221; beschimpft wird, wenn man sich kritisch gegenüber der Arbeit der Gewerkschaft äußert. Daher: Gewerkschaften sind wichtig, sie erfüllen eine notwendige Rolle in unserer Gesellschaft. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie sich überhaupt nicht verbessern müssen, sondern im totalen Stillstand festgefahren bleiben sollen. Im Gegenteil: Als weltweit die ersten Gewerkschaften gegründet wurden, und diese Idee des Zusammenschlusses erstmals aufkam, waren die Rechte der Arbeiter gleich null. Doch dank der Arbeit der Gewerkschaften sieht unsere Gesellschaft heute ganz anders aus. Vieles wofür damals gekämpft wurde, ist heute selbstverständlicher Bestandteil des Arbeitsrechts. Und das ist nur der größte Schritt. Auch in den letzten 50 Jahren hat sich unsere Gesellschaft stark geändert und weiterentwickelt, in vielen kleinen Schritten. Aus diesem Grund bin ich der Ansicht, dass es heute für die Gewerkschaft einfach nicht mehr reichen kann, wenn sie immer noch <em>ausschließlich</em> für weniger Arbeitsstunden und mehr Lohn kämpft. Das ist zu wenig. Da bin ich einfach der Meinung, hat die Gewerkschaft bestimmte Entwicklungen vollkommen verschlafen.</p>
<p>Daher wäre es so wichtig, vor allem im Eigeninteresse der Gewerkschaften, aus diesem Stillstand zu erwachen, und sich mal zu überlegen wie eine moderne Rolle der Gewerkschaft heute aussehen könnte. Denn nur wenn man Antworten auf die Fragen der Gesellschaft hat, kann man auch die Relevanz für diese beibehalten, die die Gewerkschaft in der Vergangenheit zweifellos hatte. Eine Gesellschaft, die sich längst schon auch mit Fragen wie eben der Zukunft der Bildung beschäftigt, kann mit einer Gewerkschaft, die diese Frage komplett ausblendet einfach nichts anfangen.</p>
<p>Was mir vorschwebt wäre dahingegen eine Gewerkschaft als echte Interessensvertretung des jeweiligen Berufsstandes, im Sinne der jeweiligen Aufgabe, nicht ausschließlich im Sinne des Arbeitsplatzerhalts. Eine Lehrergewerkschaft beispielsweise müsste meiner Meinung nach hergehen und sich fragen: Was ist unser Ziel als Lehrer, was wollen wir auf dieser Welt erreichen? Die Antwort könnte beispielsweise lauten: Wir wollen die bestmögliche Ausbildung unserer Kinder erreichen. Wie können wir dieses Ziel erreichen? Mit den folgenden Maßnahmen usw. Das diese Maßnahmen dann natürlich auch beinhalten werden, dass Lehrer einen sicheren Arbeitsplatz mit entsprechender Bezahlung haben, erklärt sich von selbst. Aber eben nicht nur. Lehrer müssen auch andere Maßnahmen für ihre hoffentlich existierenden Ziele kennen. Das zu formulieren, zusammenzutragen und eben auch zu vertreten, könnte Aufgabe der Gewerkschaft sein. Sie wäre damit genau jene Gruppierung, die meiner Meinung nach in der laufenden Diskussion so gefehlt hat. Und sie hätte damit weiterhin ihren wohlverdienten Fixplatz in der Gesellschaft.</p>
<p>Im Moment sehe ich das nicht. Weit und Breit sehe ich keine Gewerkschafter, die ein solches Ziel verfolgen würden, die auch mal Veränderung im Sinn hätten. Man braucht sich nur die Plakate der AK Wahl anzusehen und erkennt sofort: Es sind immer noch dieselben Argumente wie vor 20 Jahren. Manchmal ist mein Eindruck sogar, dass die Gewerkschafter, vielleicht um von ihrer Belegschaft wieder gewählt zu werden, oft viel sturer in Bezug auf neue Maßnahmen sind, als jene die sie eigentlich vertreten sollten. Lehrer sind da wiederum ein gutes Beispiel, von denen sich nämlich viele nicht wirklich vertreten fühlen. Über den führenden BMHS Lehrergewerkschafter musste ich zuletzt zum Beispiel folgendes Lesen: Lehrer wurde er aus Zufall, nämlich aus finanzieller Not. Ehrgeizig wollte er zum Direktor werden, als das nicht klappte schlug er die Gewerkschaftslaufbahn ein. Lehrer ist er heute nicht mehr, nur noch deren Vertreter. Auf die Frage nach seinen pädagogischen Vorstellungen antwortet er mit einer Zeichnung der Gauß´schen Kurve: 50 Prozent haben einen IQ über hundert, 50 Prozent haben einen IQ unter hundert.  Darum ist der Grund warum soviele Kinder Nachhilfe brauchen nicht bei den Lehrern zu suchen, sondern bei den zu hochgesteckten Erwartungen. Die Kinder sind eben zu dumm. Spricht man ihn auf die schwarzen Schafe unter den Lehrern an, die im Unterricht nur ein Video einlegen und sich zurücklehnen, sagt er: &#8220;Ich glaube nicht, dass es solche Lehrer gibt.&#8221; Noch Fragen?</p>
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		<title>Öffentlich-Rechtliches-Fernsehen?</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 14:52:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[TV]]></category>

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		<description><![CDATA[Achtung, dieser Artikel enthält Werbung! Werbung für einen kleinen, aber feinen Fernsehsender. Werbung für eine kleine, aber sehr feine Sendung. Und zugegebener Maßen auch ein bisschen Werbung in eigener Sache. Hier sollten nun die meisten schon weggezappt haben. Wer sieht sich schon freiwillig nervige Werbung an? Eben.
Was ist das? Ein unabhängiger Fernsehsender, der sich nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Achtung, dieser Artikel enthält Werbung! Werbung für einen kleinen, aber feinen Fernsehsender. Werbung für eine kleine, aber sehr feine Sendung. Und zugegebener Maßen auch ein bisschen Werbung in eigener Sache. Hier sollten nun die meisten schon weggezappt haben. Wer sieht sich schon freiwillig nervige Werbung an? Eben.</p>
<p>Was ist das? Ein unabhängiger Fernsehsender, der sich nicht über kommerzielle Werbung finanziert, sondern über öffentliche Förderungen? In der Jedermann und Jedefrau dieser Öffentlichkeit mitreden und mitgestalten kann, und ihn so zum eigenen Sprachrohr macht? In dem sich daher die Gesellschaft von ganz alleine 1:1 abbildet und widerspiegelt, ohne großes Bemühen darum? Klingt das nicht irgendwie nach einer Form von öffentlich-rechtlichem Fernsehen, wie es sein sollte? Doch die Rede ist natürlich nicht vom ORF, sondern von <a href="http://www.okto.tv" target="_blank">Okto</a>. Okto will nicht öffentlich-rechtlich sein, sondern versteht sich als partizipatives Fernsehen, in Ergänzung zu ORF und privat-kommerziellen Sendern. Manche halten Okto für einen Sender, auf dem irgendwelche Freaks uninteressante Sendungen machen. Doch damit unterliegt man dem Hauptirrtum in Bezug auf Okto: Okto strebt keine Konkurrenz zu den herkömmlichen Sendern an, weil es schon allein auf Grund seiner Mittel keine Konkurrenz sein könnte. Okto füllt hingegen eine Nische, die vom ORF nur viel zu unreichend bedient wird. Oder besser gesagt: Okto füllt Nisch<em>en</em>. Nämliche sämtliche, die vom ORF und den Privaten garnicht bedient werden. Und das funktioniert ausgesprochen gut. Zwei kleine Beispiele: in den etwa 100 aktuellen Sendungen auf Okto, sind 17 verschiedene Sprachen vertreten. Die am zweithäufigsten vertretene Sprache hinter Deutsch ist nicht Englisch, sondern Türkisch. Die prozentuale Anzahl der türkisch-sprachigen Sendungen entspricht in etwa dem prozentualen Anteil der türkisch-sprachigen Mitbürger in Wien. Zweites Beispiel: Gleich 3 Sendungen auf Okto beschäftigen sich derzeit als Kernthema mit Homosexualität. Das entspricht vielleicht noch nicht dem prozentualen Anteil, aber immerhin. Der springende Punkt ist ja: Diese Anteile gibt niemand vor, niemand will sie erreichen, sie passieren einfach, weil unsere Gesellschaft nunmal so aufgebaut ist. Okto bildet das nur ganz zufällig wieder ab, weil es das zulässt. Darum zielt Okto auch nicht darauf ab möglichst viele Zuseher zu haben, schon garnicht sie an den Sender zu binden, im Sinne dass eine Sendung nach der anderen für möglichst viele, oder zumindest für eine bestimmte Zielgruppe spannend sein muss. Alle Sendungen werden gleichermaßen zu denselben Zeiten gezeigt. Aber das heißt wiederum auch für den Zuseher umdenken: Okto ist kein Sender zum zufällig schauen: Okto bedient Nischen, der Zuseher muss sich diese Nischen dementsprechend aussuchen.</p>
<p>Eine dieser Nischen ist Bildungsfernsehen. Bildung in Sachen Politik. Bildung in Sachen Demokratie. Ist das nicht schon wieder etwas, was eigentlich ein klassisch öffentlich-rechtlicher Inhalt sein sollte? Wie auch immer. Auf Okto gibt es eine Sendung, die nennt sich &#8220;<a href="http://okto.tv/demokratie/" target="_blank">Demokratie?</a>&#8220;. Demokratie bewusst mit Fragezeichen. Denn die Sendung will nicht nur politische Bildung betreiben, sie will vor allem auch bewusst politische Denkprozesse anstossen, und so vielleicht sogar einen kleinen Beitrag zur &#8220;Politisierung&#8221; oder &#8220;Demokratisierung&#8221; unserer Gesellschaft beisteuern. In kurzen, 13-minütigen Einzelfolgen, stellt die Sendung dabei Straßeninterviews und Expertengespräche gegenüber, und verbindet das ganze mit kleinen didaktischen Teilen. Dabei werden Fragen aufgeworfen, die nur teilweise beantwortet werden können, zu Themen wie &#8220;Geschichte der Demokratie&#8221;, &#8220;Gewaltenteilung&#8221;, &#8220;Migrantenwahlrecht&#8221;, &#8220;Demokratie und Medien&#8221;, &#8220;Demokratie und Wirtschaft&#8221; usw. Der Erfinderin und Produzentin der Sendung, Shermin Voshmgir, geht es dabei vor allem auch darum aufzuzeigen, dass Vieles, was man in einer Demokratie für gegeben oder selbstverständlich hinnimmt, durchaus auch anders sein könnte. Ich persönlich halte die Sendung für äußerst gelungen, einen kleinen, kurzweiligen Denkanstoss zu einem sehr wichtigen Thema.</p>
<p>Wenn ich nun schon ins Schwärmen komme, dann darf ich natürlich nicht verheimlichen, dass ich seit einiger Zeit auch selbst ein bisschen bei der Sendung mithelfe. Soviel zum angekündigten Eigenlob. Aber mein Anteil ist bisher, verglichen mit der Arbeit die Shermin mit der Sendung hat, so verschwindend winzig, dass ich mich hier umgekehrt auch nicht mit fremden Federn schmücken will. Nur verheimlichen kann ich es natürlich auch nicht. Außerdem sei zu meiner Verteidigung gesagt: Der Grund dafür, warum ich mithelfe, ist einzig und alleine weil mich sowohl das Thema, als auch das Format der Sendung sehr angesprochen haben. Insofern hätte es diesen Artikel mit Sicherheit auch gegeben, wenn ich nichts mit der Sendung zu tun hätte.</p>
<p>Manche werden sich jetzt vielleicht denken, dass dieser Beitrag auf Grund der Sendung natürlich durchaus auch in die Kategorie &#8220;Demokratie&#8221; gepasst hätte. Auf Grund des Fernsehsenders Okto auch unter &#8220;Medien&#8221;. Ich hab mich aber trotzdem für &#8220;Menschen&#8221; entschieden, weil es bei &#8220;Demokratie?&#8221; und bei &#8220;Okto&#8221; ebenfalls um Menschen geht. Und weil dies nicht zuletzt auch eine kleine Anerkennung für die Sendungsmacherin sein soll, die für ihre Arbeit an der Sendung natürlich weder Geld noch Ruhm bekommt. Da sollte doch zumindest mal ein Lob drin sein, wenn man es sich wirklich verdient hat.</p>
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		<title>Der schiefe Turm</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Mar 2009 13:38:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich finde es wieder einmal erschreckend, wie in Österreich, kaum dass eine Situation etwas schwieriger wird, sich jeder selbst am nächsten ist, und nur für die eigenen, kurzfristigen Ziele kämpft. Ich sags ganz offen als Kritik an Lehrer und Eltern/Schüler gerichtet: Kämpft für ein besseres Bildungssystem, aber bitte mit den richtigen Mitteln, und an den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde es wieder einmal erschreckend, wie in Österreich, kaum dass eine Situation etwas schwieriger wird, sich jeder selbst am nächsten ist, und nur für die eigenen, kurzfristigen Ziele kämpft. Ich sags ganz offen als Kritik an Lehrer und Eltern/Schüler gerichtet: Kämpft für ein besseres Bildungssystem, aber bitte mit den richtigen Mitteln, und an den richtigen Stellen!</p>
<p>Zwei Dinge will ich dafür zunächst einmal voran stellen, die in sich zugegebener Maßen durchaus auch diskussionswürdig wären, die ich aber hier trotzdem einfach mal als meine persönliche Meinung festhalten will: 1. Nein, die Erhöhung der Lehrer-Arbeitszeit in den Klassen um 2 Stunden ist mit Sicherheit keine Maßnahme für ein besseres Bildungssystem. Und ich denke auch Ministerin Schmied hält sie nicht für so eine. Es ist eine klare Einsparungsmaßnahme, die dem Ministerium Geld bringen soll, das an anderer Stelle leider fehlt. Nun kann man natürlich darüber diskutieren (und das wird in den kommenden Tagen auch geschehen), ob es nicht noch bessere Einsparungsvorschläge gibt. Ad-hoc ist es verglichen mit Entlassungen, größeren Klassen, noch schlechterer Infrastruktur etc. aber nicht unbedingt der Schlechteste. 2. Ministerin Schmied leistet meiner Meinung nach seit sie im Amt ist gute Arbeit. Das ist natürlich eine sehr pauschale Formulierung, und solche Formulierungen sind in der Regel daher auch äußerst unpopulär. Trotzdem würde ich mich in Verbindung mit der aktuellen Diskussion trauen diese Meinung abzugeben, und ungefähr so zu argumentieren: Drei wesentliche Eigenschaften machen eine/n gute/n MinisterIn aus: Er/Sie muss mit einem Budget umgehen können. Diese Qualifikation hat sie wohl schon allein auf Grund ihrer vorangegangenen Karriere. Er/Sie muss von der Materie etwas verstehen. Hier zeichnet sich Ministerin Schmied meiner Meinung nach dadurch aus, dass sie sich auch wirklich etwas sagen lässt, von Experten, und auch aus dem Ausland. Und drittens, eine Art politisches Kommunikationstalent. Mag sein, dass ihr das noch am ehesten in Abrede gestellt wird. Aber solange sie keine Wahlen zu schlagen hat, und zumindest in direkter Kommunikation mit ihrem Umfeld scheinbar nicht ganz unfähig ist, kann ich darauf auch noch am ehesten verzichten. Im Vergleich zu unseren anderen Ministern macht sie das insgesamt meiner Meinung nach zu einer der Besten (vielleicht <em>der</em> Besten?) MinisterInnen die wir derzeit haben. Besser mit Sicherheit, als jene von denen man garnichts hört, besser als jene, die ihr Ministerium quasi nur &#8220;verwalten&#8221;, von denen man also immer dasselbe hört, und besser als jene, von denen man fast jede Woche eine Schreckensnachricht vernimmt. Ich finde, bei allen Fehlern die man nunmal macht, kann man ihr ein gewisses Engagement in ihrem Bereich wirklich Dinge verändern zu wollen nicht absprechen. Und das ist schon viel wert.</p>
<p>Mit diesen beiden Annahmen im Hinterkopf, kommen wir zurück zur aktuellen Diskussion. Was passiert also, nachdem Ministerin Schmied eine unpopuläre Maßnahme verkündet: Es wird gemauert. Von politischer Seite wird der Sündenbock mit einer glatten Lüge dem Unterrichtsministerium zugeschoben. Plötzlich ist dem Finanzminister von einer derartigen Vereinbarung nichts bekannt. Die Präsentation dieser Maßnahme und das daraus folgende Kreuzfeuer der Kritik wird gänzlich den anderen überlassen. Ob von vornherein eiskalt so geplant, oder doch erst in letzter Sekunde abgesprungen, sei dahingestellt. Die feine englische Art ist es jedenfalls nicht, und auch wenn hier Wort gegen Wort steht, so ist es doch zu leicht durchschaubar, wer hier von einer Lüge mehr profitiert, und bei wem es kaum Sinn ergeben würde.</p>
<p>Die andere Seite, die Lehrergewerkschaft, reagiert programmgemäß ebenfalls mit mauern. Nein, mit uns nicht. Keine Einsparungen in unserem Bereich. Die Gewerkschaft reagiert eben, wie sie reagieren muss. Ein Computer, den man schon vorher mit den passenden Antworten pauschal füttern kann. Doch nun kommen wir zum springenden Punkt: Opfer der gewerkschaftlichen Attacken ist nicht etwa der Finanzminister, der nunmal für Einsparungsmaßnahmen zuständig ist, sondern die Bildungsministerin, die versucht das Beste aus der Situation zu machen. Gegenvorschlag, wie und wo man denn nun einsparen könnte, kommt bislang hingegen keiner. Schlimmer noch: Argumentiert wird unter anderem damit, dass die Lehrer ohnehin schon unter nicht zumutbaren Bedingungen arbeiten müssen. Das stimmt. Doch hier beisst sich die Katze in den Schwanz: Eben um die vielen Missstände angehen zu können, die es zweifellos gibt, ist es vielleicht auch nötig an der einen oder anderen Stelle etwas einsparen zu müssen, ob es einem gefällt oder nicht.</p>
<p>Von Elternseite höre ich bislang in erster Linie den Wunsch, doch bitte auf gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen zu verzichten, weil die Kinder sonst einen Tag unbeaufsichtigt bleiben. Sorry Eltern, auch wenn ich damit als nicht einfühlsam für gewisse Lebenssituationen gelte, aber bei solchen Aussagen kann ich mir nur an den Kopf greifen: Hat hier irgendwer verstanden, worum es geht? Um ein größeres Ziel, das &#8220;big picture&#8221;?</p>
<p>Zu allem Überfluss mischt sich dann natürlich auch noch die Ex-Ministerin ein. Erste Gelegenheit die unliebsame Nachfolgerin, die nicht müde wird zu betonen, dass es im heimischen Bildungswesen hinten und vorne kracht, zu kritisieren&#8230;ergriffen! &#8220;Das gibt es ja auf der ganzen Welt nicht, dass jemand mehr arbeiten soll und dafür weniger Geld bekommt.&#8221; muss ich da lesen. Moment! Weniger Geld? Frau Gehrer bezieht sich dabei auf die Überstunden, die Lehrer derzeit scheinbar verrichten, und von denen in Zukunft nun quasi die ersten beiden wie Normalarbeitsstunden bezahlt werden würden. Das kommt mir irgendwie aus einem eigenen, persönlichen Arbeitsvertrag bekannt vor. Irgendwie ergibt der Vorschlag von Ministerin Schmied dadurch für mich sogar noch mehr Sinn. Und &#8220;mehr arbeiten&#8221;? Hat es nicht geheissen, es soll sich hierbei um eine Umschichtung handeln, also 2 Stunden mehr in der Klasse, 2 Stunden weniger zuhause?</p>
<p>Ich weiß, an dieser Stelle erfolgt der Aufschrei der Lehrer. 2 Stunden mehr in der Klasse, bedeuten ja x Stunden mehr Vorbereitungszeit. Und ich weiß auch, dass das stimmt. Aber folgender kleiner Vergleich muss einfach gestattet sein: Wenn mein Chef zu mir kommt und sagt, wir brauchen dich in Zukunft 2 Stunden mehr im Laden vorne, lass die Buchhaltung da hinten liegen, dann werd ich das nicht nur machen, nein es ist auch das normalste auf der Welt! Es ist nicht unbedingt eine Entscheidung, die ich gut heisse, oder die mich freut. Und ja, ich werde auch meine Angst und meine daraus folgenden Streitereien mit dem Chef haben, ob ich tatsächlich was weglassen kann, oder ob es dadurch zu Mehrarbeit kommt. Aber gleichzeitig: Zum Arbeitsleben gehört es dazu, passiert jeden Tag, überall&#8230;</p>
<p>Überall? Vielleicht kommen wir jetzt dem Kern der Sache schon etwas näher. Ich darf an dieser Stelle zunächst eine Lanze für die Lehrer brechen. Nein, die Lehrer sind nicht alle so schlimm wie ihr Image. Das ist sicher ein Problem. Nein, die Lehrer sind auch nicht 1:1 mit der Lehrergewerkschaft gleichzusetzen. Es gibt sie tatsächlich, die guten Lehrer. Ich kenne persönliche Beispiele. Ich kenne Mathematik-, Deutsch- und Fremdsprachen-Lehrer, die arbeiten 60 Stunden die Woche, für einen mageren Gehalt, vor allem die Jungen. Tatsache. Das Vorbereiten der Stunden, das Korrigieren der Hausaufgaben, das Vorbereiten und Korrigieren der Schularbeiten etc. nimmt ein Vielfaches der Stunden in der Klasse ein. Vorrausgesetzt, der Lehrer will ein gewisses Niveau erreichen, ist wirklich mit Begeisterung und Professionalität bei der Arbeit. Doch ich kenne auch die anderen: Wenn ich an meine Geographie-, Geschichte-, Leibesübungen-, Bildnerische Erziehung-, Werk-, Religions- und Physik-Lehrer zurück denke: Nein, sorry, niemand kann mir erzählen, dass sich manche davon auch nur eine Stunde pro Unterrichtsstunde auf uns vorbereitet hätten. Und wenn doch, dann gibts da umso massivere, andere Qualitätsprobleme.</p>
<p>Was ich sagen will ist: Natürlich gibt es solche und solche. Doch wenn die Lehrer eine ernsthafte, konstruktive und vor allem exakte (so wie in vielen anderen Berufen eben auch) Diskussion über die Arbeitsstunden, die zuhause gemacht werden führen wollen, dann müssen sie sich nicht nur der entsprechenden Qualitätssicherung stellen, nein es ist sogar unumgänglich, in ihrem eigenen Interesse, diese Milchmädchenrechnungen endlich aufzugeben, und sich exakten Evaluierungen zu stellen.</p>
<p>Doch hier schließt sich der Kreislauf leider wieder: Denn wen gibt es denn, der diese (und die unzähligen weiteren) Forderungen zur Verbesserung des Bildungswesens als Lobby vertritt und dafür kämpft? Die Lehrergewerkschaft? Die kämpft dafür, dass alles so bleibt wie es ist. Die &#8220;anderen&#8221; Lehrer, die die etwas verbessern wollen? Die haben keine offizielle Vertretung, die gibt es daher als Gruppe garnicht. Die Eltern? Die müssten es sein, wir alle sollten uns für ein besseres Bildungssystem starkmachen. Umfragen sprechen hier angeblich auch eine deutliche Sprache. Doch unsere nette kleine Demokratie gestattet uns hier leider kein Mitspracherecht. Daher kommt es einem in der derzeitigen Diskussion  fast so vor, als ob Frau Ministerin Schmied vollkommen alleine und als einzige eine langfristige Verbesserung im Sinne hat. Fast kann sie einem Leid tun. Auf der einen Seite muss sie mit den Ministerkollegen über das Budget streiten, auf der anderen Seite wird sie von der Lehrergewerkschaft beschossen. Die Elternvertreter machen sich Sorgen über zwei ausgefallene Schultage. Wer bleibt da über? Was fehlt ist eine gesamte Ebene die sich für konkrete Konzepte in Sachen Bildung stark macht, eine Art Interessensvertretung für gute Pädagogik.</p>
<p>Wie schon weiter oben erwähnt, ist es in Österreich unpopulär, ja fast gefährlich (man könnte ja jeden Tag vom Gegenteil überzeugt werden) einmal ein Lob für eine Ministerin auszusprechen. Warum ich das aber so wichtig finde, als Beispiel, ist weil man so ganz einfach in diesem Land nicht arbeiten kann. Dem Vernehmen nach hat Ministerin Schmied auch kurz über einen Rücktritt nachgedacht. Das mag natürlich nur eine kleine Drohgebärde sein, aber bei mir ist sie angekommen. Denn ich würde es verstehen. Ja, jagen wir auch noch den letzten halbwegs motivierten Minister zum Teufel! Wenn über jede unpopuläre Maßnahme, die man ergreifen muss, ob man will oder nicht, alle lobenswerten Ziele und Errungenschaften einfach vergessen und weggewischt werden, dann wird einem auch der letzte Spass an der Arbeit genommen. Behalten wir ganz einfach weiterhin nur die 2 Quadratmeter um uns herum im Auge, denn in den kommenden Monaten wird das bitter nötig sein. Denn die Lehrer sind nicht die einzigen, die es treffen wird, und bei weitem nicht jene die am Stärksten von Einsparungen betroffen sein werden. Also sollte jeder sein eigenes Gerstl im Auge behalten, und bloss keinen Zentimeter davon abweichen.</p>
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