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	<title>Schreibblogade &#187; Fussball</title>
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		<title>Der WM-Vorgeschmack</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 11:36:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ConfedCup ist vorbei, Brasilien hat sich am Ende durchgesetzt, Zeit eine kleine Bilanz zu ziehen. Einmal mehr hat der &#8220;Cup der Meister&#8221; keine wirklich großen Emotionen bei mir ausgelöst, er bleibt eben das was er auch sein soll: Ein Vorgeschmack auf die Weltmeisterschaft. Und als solcher ist er bei mir auch angekommen. Nicht nur im Gastgeberland wird der ConfedCup als Testlauf für die wesentlich größere WM gesehen, auch in mir stellt sich damit langsam alles Richtung WM ein, auch wenn bis dahin noch ein ganzes Jahr ins Land ziehen wird. Aber der internationale Mix an Mannschaften, die Stimmung in den Stadien, und nicht zuletzt auch die Qualität der Spiele machen einfach so richtig Vorfreude auf das, was im kommenden Jahr auf uns zukommen wird. Hier daher 5 meiner ConfedCup Highlights, die auch einen Anhaltspunkt dafür geben, warum ich mich jetzt schon auf die kommende  Weltmeisterschaft in Südafrika freue:</p>
<p>Platz 5: Glen Moss, der Neu Seeländische Goalie. Der Mann hat gegen den Irak nicht nur wirklich ausgezeichnet gehalten, nein er hat auch für ein paar meiner persönlichen Highlights gesorgt: Nicht nur, dass er nach Ende des (für den weiteren ConfedCup bedeutungslosen) 0:0 gegen den Irak gejubelt hat, als hätte Neu Seeland gerade das Finale gewonnen (sei es nun wegen des 1. Punkts Neu Seelands bei einem ConfedCup, oder vielleicht auch weil er persönlich kein Gegentor bekommen hat), zeigte uns die Regie den gutgelaunten Mann auch in Großaufnahme, als er nachdem er einen Schuss mit dem Kopf (!) abgewehrt hatte, fast selbst nicht mehr aufhören konnte zu lachen. Absoluter Höhepunkt war aber jene Situation, in der er eigentlich schon geschlagen war, der Ball von einem Mitspieler aber auf der Linie noch weggeschlagen wurde, und sich Glen Moss sekundenschnell umdrehte um diesem Mitspieler mit erhobenen Daumen ein Art &#8220;Danke, gut gemacht!&#8221; zu zu deuten. Das wäre an sich noch nicht außergewöhnlich, wäre der Ball nicht mitten ins Spielfeld weggeschlagen worden, also die brenzlige Situation keineswegs zu Ende gewesen. Nun könnte man das Unprofessionalität nennen, oder der Mann hat einfach die Ruhe weg. Für mich in jedem Fall ein Held. Ob er auch bei der WM dabei sein wird, ist noch ungewiss. Für mich verdienen Glen Moss und seine Kiwis aber zumindest stellvertretend den 5 Platz, für all jene Exoten-Teams, die mit solchen Einlagen und viel Spielfreude jede Weltmeisterschaft bereichern.</p>
<p>Platz 4: Die afrikanischen Teams. Natürlich wird bei der ersten Fussball Weltmeisterschaft auf dem schwarzen Kontinent ein besonderes Augenmerk auf den afrikanischen Vertretern liegen. Und ich kann jetzt schon sagen, dass auch meine persönlichen Sympathien bei dem einen oder anderen afrikanischen Team zuhause sein werden. Dass sie sich das verdienen, haben sie bei diesem ConfedCup klar unter Beweis gestellt. Südafrika erreichte Souverän das Halbfinale, und war auch knapp dran Spanien im Kampf um Platz 3 zu schlagen, Ägypten trug mit seinem 1:0 Sieg ganz wesentlich zum Ausscheiden von Weltmeister Italien bei, lies sich dann aber in Vorfreude auf das Halbfinale von den Amerikanern überraschen. Wie dem auch sei, beide Mannschaften haben unter Beweis gestellt, dass mit den Afrikanern bei der &#8220;Heim-WM&#8221; zu rechnen sein wird, und das ist gut so. Man bedenke vor allem, dass die beiden ConfedCup Vertreter wohl derzeit nicht die stärksten afrikanischen Mannschaften sind. Ägypten wird sich nicht für die WM qualifizieren, Südafrika muss als Gastgeber erst garnicht in die Qualifikation. Ich hoffe ja vor allem auf die Elfenbeinküste&#8230;</p>
<p>Platz 3: La furia rocha. Platz 3 im Turnier, Platz 3 auch hier. Für die spanischen Medien brach dadurch fast eine Welt zusammen, für mich war der Europameister aber nichts desto trotz die stärkste Mannschaft im gesamten ConfedCup. Zwar waren die Gegner in der Vorrunde vielleicht nicht wirklich der große Maßstab, die Art und Weise wie die Mannschaft aber agiert, und mit welcher Geschwindigkeit sie Angriffe aufbaut (und das noch nichtmal in allerstärkster Besetzung!) hat mich persönlich noch mehr überzeugt, als bei der EM. In dieser Form werden sie auch für die WM ein ganz heißer Kandidat, keine Frage. Auch im einzigen verlorenen Spiel gegen die USA waren die Spanier klar überlegen, liefen aber letztlich erfolglos gegen die amerikanische Mauer an. Einzig und allein im Spiel um Platz 3 wirkten sie schon ein wenig müde, das dürfte aber auch daran liegen, dass die Südafrikaner mit mehr Herz bei der Sache waren, noch den dritten Platz zu erreichen. Dass die Spanier letztlich gegen die Amerikaner ausschieden sollte ihnen eine gewisse Warnung sein: Nur weil sie jetzt ein Turnier gewonnen haben, und vielleicht auch die derzeit beste Mannschaft überhaupt sind, heißt das noch lange nicht, dass sie nun jedes Turnier gewinnen werden. Der Sport heißt immer noch Fussball, und gerade Spanien sollte nicht so schnell vergessen haben, dass da immer noch ein Quäntchen Glück dazu gehört.</p>
<p>Platz 2: &#8220;Yes we can!&#8221; Das größtenteils defensive Spiel der Amerikaner ist ja nun nicht nach meinem Geschmack. Und auch sonst werden sich Fussball Fans mit der &#8220;Nicht-Fussballnation&#8221; immer schwer tun. Aber, so fair muss man sein: Der Einstellung der Amis ist wirklich Respekt zu zollen! Als Überraschung dieses Turniers verdienen sie sich ganz klar Platz 2. Vor dem Halbfinale gegen Spanien las ich in einem Interview mit einem der US-Spieler auf die Frage, wie man denn die in 35 Spielen ungeschlagenen, und in 15 Spielen in Folge siegreichen Spanier überhaupt schlagen könne, die einfache, aber vollkommen zutreffende Antwort: Jede Serie geht irgendwann zu Ende. So ist es, die Amerikaner haben sich einfach jeden Sieg zugetraut, egal was irgendwelche Statistiken dagegen sagen mögen. Zuerst 6 Tore in der Tordifferenz auf Italien gutmachen (davor hätte niemand mehr mit den USA im Halbfinale gerechnet), dann den Europameister schlagen, dann im Finale Brasilien mit schnellen Kontern überraschen. Im Fussball ist letzten Endes immer alles möglich, auch das kann man zu einer Tugend machen.</p>
<p>Platz 1: Die Vuvuzela. Okay, ich gebs zu: Auch mir ist der durchgehende Bienenschwarm am Anfang auf die Nerven gegangen. Aber was solls, geht es nicht bei einer WM (oder beim ConfedCup) auch darum, die Stimmung des jeweiligen Gastgeberlandes kennenzulernen und mitzunehmen? Wäre ja noch schöner, wenn man zwar irgendwo auf der Welt das Turnier veranstaltet, aber dort dann dann reinmarschiert und den Fans erklärt: &#8220;Bitte, könnt ihr so und so  klatschen, und diesen oder jenen Schlachtruf schreien, aber diese Tröten abstellen? Danke.&#8221; Noch besser hat mir aber das Argument gefallen, die Vuvzelas wären zu laut, man könnte keine Kommandos mehr aufs Spielfeld rufen, frei nach dem Motto: &#8220;Geh bitte Burschen, könnts ihr kurz leise sein, wir spielen hier Fussball.&#8221; Hui, da könnte die Stimmung ja anders sein als bei uns, oder noch schlimmer: lauter und besser! Insofern: gut, dass sich die Vuvuzela durchgesetzt hat, ich persönlich hab mich jedenfalls schon voll und ganz daran gewöhnt, und hoffe nicht die halbe WM mit Diskussionen darüber verbringen zu müssen. Gut möglich sogar, dass das Kultobjekt während der WM auch hierzulande allerorts zu finden sein wird.</p>
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