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	<title>Schreibblogade &#187; Theater</title>
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		<title>Invasion!</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 13:07:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kreativität]]></category>
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		<description><![CDATA[Gestern Abend, Schauspielhaus. Eigentlich schon viel zu heiß für Theater, aber dieser Abend für nichtmal 5 Mücken  kurz vor der Sommerpause musste noch sein. Und: es hat sich wirklich gelohnt!
&#8220;Invasion!&#8221; des schwedisch-tunesischen Autors Jonas Hassen Khemiri war echt ein absolut krönender Abschluss. Selten hab ich etwas zum Thema&#8230; hm, da wirds schon schwierig&#8230;sagen wir mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern Abend, Schauspielhaus. Eigentlich schon viel zu heiß für Theater, aber dieser Abend für nichtmal 5 Mücken  kurz vor der Sommerpause musste noch sein. Und: es hat sich wirklich gelohnt!</p>
<p>&#8220;Invasion!&#8221; des schwedisch-tunesischen Autors Jonas Hassen Khemiri war echt ein absolut krönender Abschluss. Selten hab ich etwas zum Thema&#8230; hm, da wirds schon schwierig&#8230;sagen wir mal &#8220;fremde Kulturen, Identität, Vorurteile&#8221; gesehen oder gelesen (also auch Bücher, Filme etc.), das mit soviel Humor und gleichzeitig soviel Ernsthaftigkeit an die Sache rangeht, und dabei trotzdem niemals, nicht für den kleinsten Moment, Gefahr läuft peinlich oder übertrieben zu wirken.</p>
<p>Inhaltlich gehts&#8230; auch das ist garnicht so leicht beschrieben&#8230; eigentlich in erster Linie um einen Namen, einen Begriff: &#8220;Abulkasem&#8221;. Dieser bildet quasi das verbindende Element der Handlung, die immer wieder Ort und Personen ändert. Einmal wird der Name als neuer IN-Begriff von Jugendlichen mit Migrationshintergrund verwendet &#8220;Hey, das is ja voll abulkasem!&#8221;, dann wird von einer Gruppe Wissenschaftler über die Gefährlichkeit eines gewissen Abul Kasem diskutiert, er wird ebenso als &#8220;Deckname&#8221; für eine Anmache in einem Lokal missbraucht, wie er einem illegalen Einwanderer als Identität dient, und hat am Ende, an dem sich der Kreis schließt, im wahrsten Sinne des Wortes die Runde gemacht. Der Witz steht dabei an erster Stelle, getragen nicht zuletzt auch durch die vier genialen HauptdarstellerInnen, drei Frauen die sämtliche Männerrollen spielen, und einen Mann, der die Frauenrollen übernimmt. Schräge Tanzeinlagen (ein Highlight: der Breakdance!), zahlreiche Umkleidungen, einen eigenwilligen Soundtrack und eine Regieassistentin, die erklärende Zwischentexte spricht, inklusive.</p>
<p>Klingt jetzt alles ein bisschen nach einer durchgeknallten Komödie oder so, ist es aber nicht. Zumindest nicht nur. Im Gegenteil, ich war besonders von der Feinfühligkeit beeindruckt, wie der Autor Vorurteile, sprachliche Schwierigkeiten und kulturelle Missverständnisse mit Humor präsentiert, und trotzdem die ernsten, nachdenklichen Momente nicht zu kurz kommen lässt. Irgendwie auch eine gelungene Mischung aus extrem hintergründigem, subtilem Witz und gleichzeitig auch echt skurrilen Momenten, in denen man wirklich laut lachen könnte. Auch diese Kombination ist selten, finde ich.</p>
<p>Ja, sehr viel mehr kann man dazu auch schon fast nicht mehr sagen, sollte man eben echt gesehen haben. Leider hab ich keine Ahnung ob es das Stück in der nächsten Saison nochmal spielen wird, aber wenn ja, dann ist das eine echt dringende Empfehlung! Ich werd inzwischen mal versuchen mir einen der Romane des Autors zu besorgen. Vielleicht sind die auch total abulkasem.</p>
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		<title>Zurück auf den Brettern</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 17:06:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>schimi</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach einigen Jahren der Flaute, hat mich zuletzt wieder die ganz große Lust am Theater gepackt. Das hat vor allem mit zwei Beobachtungen zu tun, die im Grunde beide total simpel, fast schon banal sind, und die mir trotzdem erst jetzt so richtig bewusst wurden: Das ist erstens mein Umgang mit Empfehlungen und Kritiken, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach einigen Jahren der Flaute, hat mich zuletzt wieder die ganz große Lust am Theater gepackt. Das hat vor allem mit zwei Beobachtungen zu tun, die im Grunde beide total simpel, fast schon banal sind, und die mir trotzdem erst jetzt so richtig bewusst wurden: Das ist erstens mein Umgang mit Empfehlungen und Kritiken, und zweitens meine Auseinandersetzung mit den Inhalten der Stücke, beides im Unterschied zum Medium Kinofilm, dem ich zugegebenermaßen von Haus aus viel vertrauter, und in dessen Umfeld ich daher auch ganz einfach um ein Vielfaches sattelfester bin.</p>
<p>Beginnen wir zeitlich chronologisch, mit dem zweiten Punkt, der Auseinandersetzung mit Inhalten. Zurückgekehrt ist meine Theaterlust nämlich schon vergangenes Jahr, als ich am Ende meiner Weltreise ein Off-Off-Broadway Stück in New York besucht habe, das im weiteren Sinn den Irakkrieg zum Inhalt hatte, und das mich schwer begeisterte. Fälschlicher Weise hatte ich damals den Eindruck, dass es vielleicht speziell das anglo-amerikanische (es handelte sich eigentlich um eine schottische Inszenierung) Theater sei, dass mich &#8211; wodurch auch immer genau &#8211; gegenüber der österreichischen &#8220;Theaterschule&#8221; so extrem gut zu unterhalten und begeistern wusste. Das es viele gute zeitgenössische, britische Theaterautoren gibt, daran mag auch durchaus was dran sein, ebenso an einer Theaterkultur, die vielleicht mehr von Unterhaltung und &#8220;Filmeinflüssen&#8221; geprägt ist, als unsere doch sehr kopflastige Theaterwelt. Nichts desto trotz musste ich in Wien feststellen, dass es ähnlich spannende Produktionen hier durchaus gibt, und das nicht gezwungenermaßen mit der englischsprachigen Kultur zu tun hat. Der größere Unterschied ist vielleicht eher in einer Frage des Marketings zu suchen: Wenn man nach New York oder London fährt, ist der Besuch eines Theaters durchaus im Standard-Repertoire von Touristen zu finden. Das hat zum einen vielleicht wiederum mit der Sprache zu tun, zum anderen aber mit Sicherheit auch damit, dass eben selbst Off-Off-Broadway Produktionen, also kleinste Theaterräume irgendwo in New York, die mit dem Broadway rein garnichts zu tun haben, immer noch mit dem kleinen Wörtchen &#8220;Broadway&#8221; werben. In Wien muss man vielleicht schon ein bisschen mehr nach den wirklich coolen Produktionen suchen, geben tut es sie aber.</p>
<p>Also: Woran lag es nun dann, dass mich jenes Stück damals so begeisterte? Die Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ich hab das Stück damals einzig und allein nach dem Inhalt ausgewählt, weil mich das Thema gereizt hat. Mich hat in dem Zusammenhang (auf amerikanischem Boden) vor allem der Umgang mit dem Thema gereizt. Und ich wurde nicht enttäuscht: So spannend das Thema für mich war, so spannend war auch das Theaterstück. In Wien fällt mir dazu zuletzt zum Beispiel folgendes ein: Die Freud-Reihe im Schauspielhaus: 10 1-stündige Stücke von 10 verschiedenen Regisseuren, mit jeweils denselben 4 Schauspielern, jedes zu einem anderen Thema mit Bezug zu Sigmund Freud. Das Thema hat mich interessiert, die Umsetzung hat mich interessiert, und wieder hats funktioniert: Es ist nicht bei einem der 10 Stücke geblieben.</p>
<p>Nun mag das auf den ersten Blick wie gesagt extrem banal klingen: Natürlich, was einen inhaltlich interessiert, wird einen wohl auch insgesamt interessieren. Und doch ist es gänzlich anders als bei meinem Umgang mit Filmen: In diesem Genre, in dem ich Regisseure und Schauspieler wesentlich besser kenne, und auch von der Art der Inszenierung mehr verstehe, stehen diese Elemente auch weit vor der Beurteilung des Inhalts. Wenn beispielsweise ein David Fincher einen Liebesfilm dreht, dann schaue ich ihn mir wegen David Fincher an, nicht weil ich einen Liebesfilm sehen will. Wenn ich in eine Comic-Verfilmung gehe, dann nicht weil ich glaube die Geschichte oder das Thema ist so weltbewegend, sondern weil ich weiß, dass mich das auf einfache Art unterhält. Ebenso verhält es sich mit manchen Schauspielern, die ich auf Grund von jahrelangen Erfahrungen bestimmten Arten von Filmen, oder auch Qualitäten von Filmen zuordnen kann. Beim Theater hingegen habe ich früher vielleicht zu oft Vorstellungen ausschließlich aus einem ähnlichen Grund besucht, wegen eines bekannten Autors oder Schriftstellers beispielsweise, aber keineswegs immer mit meiner Zufriedenheit.</p>
<p>Zweiter großer Unterschied in der Zugangsweise ist wie gesagt der Umgang mit Empfehlungen und Kritiken. Die enorme Bedeutung von ausgewählten Empfehlungen ist mir beim Theater in der letzten Zeit extrem aufgefallen. Nahezu alle Produktionen die ich besucht habe waren auf Grund von persönlichen Empfehlungen, immer mit Erfolg. Auch das ist wieder keine großartige Erkenntnis: Auch beim Film können Empfehlungen und Kritiken helfen. Der Unterschied ist nur: Beim Film wird nahezu jeder zum Experten. Von vielen Seiten her hört man Dinge über einen bestimmten Film. Manche wird man auf Grund von Erfahrungen vielleicht ernster nehmen, manche weniger ernst. Die Bedeutung einer einzelnen Kritik ist daher aber nicht so groß. Beim Theater hingegen habe ich nun festgestellt, dass es in meinem Umkreis in etwa drei oder vielleicht vier Stimmen gibt, auf deren Empfehlung ich mich verlassen kann. Nicht mehr, weil ganz einfach nicht soviele Leute in meinem Umfeld vergleichbar oft ins Theater wie ins Kino gehen. Dementsprechend gibt es auch viel weniger &#8220;Experten&#8221;. Doch deren Meinung hat dann umso mehr Gewicht. Ebenfalls ein aktuelles Beispiel: Schiller´s Don Carlos am Burgtheater. Sicher kein Stück, dass ich wegen des Inhalts angeschaut hätte. Aber die Empfehlung hat meine Erwartungen noch übertroffen: Selten eine so spannende und mitreissende Inszenierung eines Klassikers gesehen, in der selbst dreieinhalb Stunden wie im Flug vergingen.</p>
<p>Diese zwei simplen Guidelines sind es also, die mich derzeit sehr erfolgreich durchs Theater führen, und mir langweilige Enttäuschungen ersparen: Spannende Inhalte, speziell in Bezug auf zeitgenössisches Theater, und vor allem Empfehlungen seiner persönlichen &#8220;Experten&#8221;.</p>
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